Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Abraham  Ihn  Esra’s  Einleitung  zu  seinem  Pentateuch-Commentar.

393

lieh  machen.  Er  wollte  eben,  dass  seine  Uebersetzung-  —  und
sein  Commentar  —  nichts  in  dem  heiligen  Texte  undeutlich ­
  lasse.
Noch  einen  ähnlichen  Vorwurf  richtet  Ibn  Esra  gegen
Saadja  in  Bezug  auf  Deutung-  der  Eigennamen.  Zu  nbi'i  mp,
Gen.  4,  19,  sagt  er:  ,Kehre  dich  nicht  an  die  Worte  des  Gaön
in  Bezug  auf  Eigennamen;  denn  würden  wir  auch  die  ganze
heilige  Sprache  kennen,  —  also  auch  die  Stammbedeutung  der
Nomina  propria  —  so  könnten  wir  doch  von  den  Begebenheiten ­
  nichts  wissen  (d.  h.  von  dem  geschichtlichen  Grunde
der  zu  deutenden  Namen).'  Hierin  nun  war  offenbar  Saadja’s
Vorbild  die  Agada,  gegen  welche  denn  auch  Ibn  Esra,  wenn
auch  nicht  direct,  dieselbe  Rüge  richtet.  Zu  Exodus  6,  25
lesen  wir  nämlich  bei  ihm:  ,Putiel  war  ein  Israelit  (also  nicht
identisch  mit  Jethro);  warum  es  so  hiess,  wissen  wir  nicht,
sowie  wir  auch  den  Grund  des  Namens  bwtt  nicht  kennen
und  den  von  vielen  anderen  Namen,  wie  z.  B.  Aharon.  Stände
die  Geschichte  Mose’s  nicht  in  der  heiligen  Schrift  selbst,  so
wüssten  wir  auch  von  ihm  nicht,  warum  er  so  genannt  wurde.'
Und  zu  Genesis  10,  8  sagt  er:  ,Suche  keinen  Grund  für  Namen,
wenn  derselbe  nicht  in  der  Schrift  angegeben  ist.' 1

habe  miS  nicht  mit  dem  arabischen  ’m  wiedergegeben,  weil  dieses  auf
das  Netzestellen  nicht  angewendet  wird.  Zu  njiPT  (4  ’20,  4)  meint  er,
das  Wort,  als  von  Asche,  stammend,  hätte  eigentlich  mit  SmOT
übersetzt  werden  sollen.  Aber  das  ginge  im  Arabischen  nicht;  darum
gibt  er  Nnpm' 1  (verbrennen  =  einäschern).  Zu  4  22,  1  macht  er  darauf
aufmerksam,  "UTi-T!  bedeute  eigentlich  ,Macht  der  Morgenröthe 1  —
von  b'N";  aber  so  könne  man  arabisch  nicht  sagen,  er  übersetze  daher
UsbK  pbt2Ü,  ,Aufgang  der  Morgenröthe 1  (Beiträge,  I,  23,  24).  Wir  sehen,
wie  Saadja  um  der  Correctheit  willen  seine  ungemein  starke  Vorliebe,
für  den  hebräischen  Ausdruck  möglichst  etymologisch  und  auch  lautlich
deckende  arabische  Wörter  zu  geben,  geopfert.  —  Diese  Vorliebe  führte
ihn,  um  ein  weniger  bekanntes  Beispiel  anzuführen,  dazu,  DniTHl,  Prov.
1,  0,  mit  nniTHNnX,  ,ihre  Geschichten,  Traditionen 1  zu  übersetzen,  was
nur  dem  Lautklange  nach  zum  Textworte  stimmt;  ebenso  4  49,  5  VlTn
mit  'rnn  (bei  Haneberg).  Im  Uebrigen  s.  über  diesen  Punkt  Munk,
Notice  sur  Saadia  S.  56  f.  Geiger,  Wiss.  Zeitschrift  S.  290.
Ebenso  macht  er  sich,  zu  Esther  9,  8,  über  ,spanische  Gelehrte 1  lustig,
welche  sich  freuten,  für  die  —  persischen  —  Namen  KIVVHB  und  NmiS
Bedeutungen  gefunden  zu  haben.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.