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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Abraham  Ihn  Esra’s  Einleitung  zu  seinem  Pentateuch-Commentar.

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pinx  ausgibt.  Hier  neunt  er  ihn  auch  den  ,Faseler'. 1  Ebenso
entschieden  lautet  die  Abweisung  im  Commentar  zu  Daniel
1,  1:  ,Wie  wäre  es  anzunehmen  möglich,  dass  irgend  Jemand
das  eine  Wort  schreibt  oder  spricht  und  eigentlich  ein  anderes
meint.  Wer  solches  behauptet,  gehört  zu  den  Wahnsinnigen.
Jenem  Erklärer  wäre  es  eher  zugekommen,  zu  sagen:  Ich  weiss
nichts,  als  die  Worte  des  lebendigen  Gottes  zu  verdrehen.'  Als
Wahnsinnigen  —  W®ö  —  bezeichnet  dann  auch  Ibn  Esra  den
R.  Jona  (zu  Exodus  19,  12),  weil  er  behauptet,  Mose  hätte
Tin  [nx  baan]  (Ex.  19,  23)  nur  aus  Versehen  gesagt,  statt
am  [nx  baan].
Von  dieser  Theorie  nun,  gegen  welche  Ibn  Esra  —  und
nicht  mit  Unrecht  —  eine  solche  Schärfe  richtet,  behauptet  er
an  der  genannten  Stelle  in  der  zweiten  Recension  des  Exodus-Commentars,
  au  derselben  sei  ihr  Urheber  durch  keinen  Geringem ­
  als  den  Gaön  Saadja  berechtigt  worden.  ,Auf  diese
Pfeiler  der  Lehre 2  stützte  sich  der  Faseler  in  seiner  Vertauschung ­
  von  Wörtern;  —  es  folgen  einige  Beispiele  —  welche
Stellen  ich  alle  ohne  Vertauschung  erklärt  habe.  Sein  Buch
ist  werth,  verbrannt  zu  werden.' 3  War  Ibn  Esra  zu  solcher
Anklage  berechtigt?  Zunächst  ist  nun  hervorzuheben,  dass  Ibn
Ganäch  in  der  That  als  allererstes  Beispiel  des  Worttausches
gerade  das  von  Exodus  21,  8  (Bi'—r\x)  wählt.  Er  nennt  zwar

1  Dieses  Epitheton  —  b'BHÖH  —  gibt  Ibn  Esra  nur  noch  dem  Bibelkritiker
  Jizchäki,  zu  Hiob  42,  16,  sowie  er  nur  noch  des  Letztem  Werk
für  verbrennungswürdig  erklärt,  zu  Gen.  36,  30.  Dabei  ist  es  aber  zu
beachten,  dass  Ibn  Esra  an  allen  angeführten  Stellen  nie  R.  Jöna’s
Namen  nennt;  gewiss  aus  feinem  Tactgefülil,  um  den  verdienstvollen
Grammatiker  nicht  in  den  Augen  der  unkundigen  Leser  als  Ketzer  zu
brandmarken.  Die  Kundigen  merkten  ohnedies,  auf  wen  gezielt  war.
Welch’  ein  Ton  von  Achtung  geht  auch  durch  die  ebenfalls  anonyme
Anführung  des  S.  Harikmä,  zu  tp  77,  3:  II”  pl  1BBJ  1BD  1BH  blU  BBn
flVJHD  13  (Vertauschung  von  ■’T  mit  TI?).  Ibn  Esra,  der  Jbn  Ganfich
ao  viel  zu  verdanken  hatte,  wollte  ihn  offenbar  nicht  blossteilen.  —  Zu
berichtigen  ist  Gross  (Menachem  ben  Sarük,  S.  18),  der  unter
stets  Jizohälu  verstehen  will.
2  h).  h.  Saadja  und  den  ebenfalls  als  Urheber  willkürlicher  Worterklärung
citirten  Onkelos.
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