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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

R  acher.

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in  der  ersten  Recension,  während  er  zu  Gen.  20,  4  davor
warnt,  ,auf  den  Träumer  zu  hören,  der  das  eine  Wort  für  das
andere  setzen  will/  Dieser  Träumer  ist  kein  Anderer  als  Jona
Ihn  Ganäch, 1  welcher  diesen  Worttausch  zu  einer  exegetischen,
mit  Vorliebe  auf  zahlreiche  Stellen  angewandten  Regel  ausgebildet ­
  hatte.  Er  fonnulirt  dieselbe  am  Beginn  des  betreffenden ­
  Abschnittes  seines  grammatischen  Hauptwerkes, 2  wie  folgt:
,Oft  gebraucht  der  Schriftsteller  ein  Wort,  während  er  ein
anderes  im  Sinne  hat,  was  man  damit  rechtfertigen  kann,  dass
beide  Wörter  irgend  etwas  gemeinsam  haben,  sei  es  die  Art
oder  die  Gattung,  oder  eine  Qualität  oder  dergleichen/ 3  Diese
Theorie  nun  erregte,  als  der  Würde  der  heiligen  Schrift  nahetretend, ­
  den  besondern  Zorn  Ibn  Esra’s.  Schon  in  Sefer
Zachüt  1  widmet  er  ihr  einen  besondern  Abschnitt  und  sagt:
Jlüte  dich,  den  Worten  jenes  Grammatikers  zu  glauben,
welcher  in  seinem  Buche  mehr  als  hundert  Wörter  erwähnte,
für  welche  man  nach  seiner  Behauptung  andere  setzen  muss.
Dergleichen  darf  man  von  keinem  gewöhnlichen  literarischen
Werke  behaupten,  geschweige  denn  von  den  Worten  des
lebendigen  Gottes/  Auch  im  Schriftchen  Säfä  berürä  5  schleudert ­
  er  gegen  das  Sefer  Harikma  das  Verbrennungsurtheil,
weil  Ibn  Ganäch  in  Jeremias  33,  26  TH  als  Verschreibung  für

1  Dieser  ist  auch  einer  der  von  lim  Esra  am  häufigsten  citirten  Autoren.
Merkwürdig  ist,  dass  er  ihn  im  Commentar  zu  den  kleinen  Propheten
und  in  der  ersten  Recension  zu  Exodus  consequent  R.  Marinus  —  Merwän
  —  nennt,  sonst  aber  fast  durchaus  R.  Jöna.  (In  Bezug  auf  Exodus
ist  dies  schon  bemerkt  von  Geiger  in  Molo  Clioplmaim,  Breslau  1840,
S.  83.)  Diese  beiden  Commentare  hat  Ibn  Esra  aucli  im  selben  Jahre
—  1157  —  zu  Rhodez  vollendet,  wie  neuerdings  Iial  her  stamm  in  der
Vorrede  zu  seiner  Ausgabe  des  Sefer  Haibbür  (Lyk  1874)  S.  13,  15  ausgeführt ­
  hat.  Ueber  eine  andere  bedeutsame  Analogie  beider  Commentare
s.  unten  S.  409,  Anm.  2.  Auch  in  dem  im  nächstfolgenden  Jahre  entstandenen ­
  Büchlein  Jesöd  Mora  gebraucht  Ihn  Esra  nur  den  Namen
Marinus  für  Ibn  Ganäch;  s.  c.  I  zu  Anfang  und  c.  II  zu  Anfang.
2  nöp“H  HÖD  cd.  Goldberg-Kirchheim  S.  177—194.
3  Das  heisst,  durch  irgend  eine  Art  der  Ideenassociation  ist  dem  Schriftsteller ­
  statt  des  einen  Wortes  das  andere  in  die  Feder  gerathen.
4  Gegen  Ende.  ed.  Lippmann,  S.  72.
5  ed.  Di  pp  mann,  S.  90.
            
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