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Bacher.
unabwendbar war, ist gewiss. Dasselbe ist aber fast stets der
Fall, wo die Wissenschaft ,popularisirt‘ werden soll.
Doch das von Ibn Esra gerügte Moment ist nicht das
einzige, in welchem sich der Einfluss von Saadja’s Rationalismus
auf seine Exegese zeigte. Auch die Principien und die
Methode seiner Auslegung sind rationalistisch. Was die Principien
betrifft, so hat sie Saadja selbst klar ausgesprochen und
die Priorität der vernunftgemässen Erwägung als selbstverständlich
hingestellt. ,Ausser dem Bibelwort haben wir noch zwei
Quellen: 1 eine, die ihm vorausgeht, das ist der Quell der Vernunft;
die andere, die ihm folgt, das ist der Quell der Tradition.
Durch sie werden die Gebote nach Beschaffenheit und
Dauer oder der Bestimmung, wie oft sie zu wiederholen seien,
ergänzt/ 2 Dies sagt Saadja zunächst in Bezug auf die Auslegung
des gesetzlichen Theiles der Bibel; aber gewiss hielt
er auch sonst daran fest, von den Wahrheiten der Vernunft
auszugehen. So sucht er über die Frage der' Auferstehung
Aufschluss aus den vier Quellen der Natur, der Vernunft, der
Schrift und der Ueberlieferung. 3
Saadja’s exegetische Methode musste so eine synthetische
werden, indem die für ihn feststehenden Ergebnisse der vernünftigen
Speculation den Ausgangspunkt, die Grundlage abgaben,
um in der auszulegenden Bibelstelle die Bestätigung zu
Anden. Am deutlichsten zeigt sich diese Methode in dem
Coramentar zum Buch der Sprüche, dessen Einleitung und
erstes Capitel mir zu lesen gegönnt war. 4 Da dieser Commentar
noch nicht veröffentlicht ist, 5 die Einleitung aber besonders
1 oder Principien, hebr. D’SIBÖ.
2 Emünöth, Abschnitt III, c. 10; vgl. II, 8.
3 Emünöth, Abschnitt VII, c. I.
4 In einer im Besitze des Herrn Dr. E. Schröter befindlichen Copie
einer Oxforder Handschrift (s. Steinschneider, Catal. Bodl. S. 2193).
Wie die ,Academy“ (vom 1. Mai 1875, S. 453) meldet, gehört zu den
neuen handschriftlichen Acquisitionen des British Museum auch ein Foliomanuscript
aus dem 14. Jahrh. Inhalt: ,11. Saadjah’s Commentaries on
the Psalms, Proverbs, Songs of Salomon etc. Ilebrew.“ Wenn dies Wort
,Hebrew“ nicht die Schriftziige bezeichnen soll, so hätten wir da eine
hebräische Uebersetzung Saadja’scher Commentare.
5 Einige Zeilen daraus bei Steinschneider, Catal. Bodl. S. 2165 f.