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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

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Bacher.

keiten  des  Textes  haften  und  der  Seele  desselben,  dem  Inhalte, ­
  keine  Aufmerksamkeit  schenken. 1
Besteht  zwischen  der  eben  besprochenen  Eintheilung-  und
der  Ihn  Esra’s  auch  eine  bedeutende  Analogie,  auch  darin,
dass  in  jener  ebenfalls  über  die  aufgezählten  Kategorien  ein
Urtheil  gefällt  wird,  so  ist  nichts  gemeinsam  zwischen  Ihn
Esra  und  dem  die  vier  von  ihm  angenommenen  exegetischen
Methoden  als  gleichberechtigt  berücksichtigenden  Bachja  ben
Ascher. 2
Der  Unterschied  zwischen  den  bisher  erwähnten,  durch
Ihn  Esra’s  Vorgang  angeregten,  späteren  Classilicirungen  und
der  Eintheilung  Ibn  Esra’s  liegt  auf  der  Hand.  In  jenen  wird
1  Die  Einleitung  zum  D'Ölffn  ist  veröffentlicht  vonLuzzatto  im  Vorwort ­
  zu  Bethülatli  Bath  Jehüdä,  S.  VIII  ff.  Auch  die  Vergleichung
dieser  Einleitung  mit  der  Ibn  Esra’s  beweist  die  von  Luzzatto  nach
andern  Momenten  begründete  Unechtheit  der  Schrift.  Steinschneider,
der  im  Catalog  der  Bodleyana  S.  686  ebenfalls  die  Unechtheit  anniir.mt,
citirt  sie  im  Artikel  ,Jüdische  Literatur 1  (in  Ersch  und  Gruber  S.  418,
Anm.  9)  als  echt,  von  Ibn  Esra  verfasst.  (S.  auch  Kerem  Chemed.  VIII,
88.)  —  Uebrigens  entlehnte  der  Verfasser,  nach  Jellinek  Isak  Ibn  Latif,
in  der  Beschreibung  seiner  ersten  Exegetenclasse  Vieles  aus  der  Schilderung ­
  der  ersten  Kategorie  jüdischer  Gelehrten  im  Eingänge  von  Ibn
Esra’s  Jesod  Morä.
2  Einleitung  zum  Pentateuch-Commentar:  DHtt  SH  fD'STH  tä©SÜ  “p“1  DHÖ  t£”
wi  .□’SDbanan  -ipnan  ’aam  bom  -pn  -urn  «h  -a'SDa:  w-nan  p-nb
a’sia  aab  ’ry  bx  rra  nbiyn  nbaaa  rrby  aa.  —  Die  ersten  zwei  Wege
Ihn  Esra’s  fehlen  hier  gänzlich;  dafür  entsprechen  die  dritte  und  vierte
Classe  Bachja’s  zusammen  dem  dritten  Wege,  sowie  der  vierte  Weg
gewissermassen  in  den  beiden  ersten  Classen  zu  finden  ist.  Denn  der
Vertreter  des  Derasch  bei  Ibn  Esra,  Raschi,  ist  für  Bachja  der  Hauptvertreter ­
  des  Peschat.  Freilich  hat  Derasch  bei  Bachja  andere  Bedeutung ­
  als  bei  Ibn  Esra.  Dieser  versteht  darunter  die  missbräuchliche  Anwendung ­
  der  Agada  in  der  Exegese;  Bachja  denkt  dabei  nicht  an
eigentliche  Exegese,  sondern  an  die  homiletische,  praktischen  Zwecken
dienende  Auslegung,  wie  dieselbe  auch  in  den  bekannten  Hexametern
des  Nicolaus  Lyranus  bezeichnet  wird  als  moralis  quid  agas  (docet).
Ebenfalls  einen  praktischen  Zweck  will  Bachja  mit  der  Befolgung  seiner
dritten  Methode  erreichen,  indem  sie  beweisen  soll,  dass  nbiba  umin
rrapn  ja  umim  ,-ipnai  jn*  "pna  nuisna  masnn  -ixir  ba  ,masnn  bsa
"pTn  Nim.  Dieselbe  lässt  sich  ganz  gut  als  versteckte  Hindeutung
bezeichnen,  so  dass  die  vier  exegetischen  Kategorien  Bachja’s,  wenn  auch
in  anderer  Reihenfolge,  mit  der  vierfachen  Auslegungsweise,  wie  sie  das
            
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