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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Abraham  Ihn  Esra’s  Einleitung  zu  seinem  Pentateuck-Commentar.

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Anschauungen  aus  der  Erklärung  des  Pentateuchs  und  der
prophetischen  Bücher/  1
Dass  aber  Ihn  Esra  sich  der  durchaus  eingreifenden  und
epochemachenden  Bedeutung  seiner  exegetischen  Methode  bewusst ­
  war,  ist  bei  einem  so  kritischen,  scharf  unterscheidenden
Geiste  von  vorne  herein  als  gewiss  anzunehmen.  Beruhen
doch  die  Vorzüge  dieser  Methode  zum  Theil  auf  der  Erkenntniss
  von  Mängeln  seiner  Vorgänger  und  der  Vermeidung  dieser
Mängel.  Dies  auszusprechen  und  das  Programm  seiner  eigenen
Erklärungsweise  zu  geben,  dazu  fühlte  sich  denn  auch  Ihn
Esra  gedrängt,  und  er  that  es  in  der  Einleitung  zu  seinem
exegetischen  Hauptwerke,  in  der  Einleitung  zum  Pentateuch-Oommentar.
  Ein  unverkennbares  Selbstbewusstsein  bildet  den
Grundton  dieser  Einleitung;  aber  es  gehört  die  übelwollende
Schmähsucht  eines  Karäers  dazu,  um  in  derselben  nichts  anderes ­
  zu  erblicken,  als  feindselige  Herabsetzung  aller  anderen
Bibelerklärer  zum  Zwecke  der  Selbstüberhebung/ 2  wie  dies
ein  moderner  Erläuterer  des  von  Aaron  ben  Joseph  verfassten
Commentars  Mibchar  gethan  hat. 3  Jener  Ton  des  Selbstbewusstseins ­
  ist  ein  berechtigter;  denn  er  stammt  aus  der
sichern  Erkenntniss  Ibn  Esra’s,  sein  Weg  sei  der  richtigste
und  dem  der  übrigen  Exegeten  überlegen.
Was  aber  den  Inhalt  und  Werth  dieser  Einleitung  betrifft, ­
  so  ist  Aufgabe  der  vorliegenden  Abhandlung,  sie  zu
würdigen.  Es  soll  dies  im  Anschlüsse  an  die  einzelnen  Theile
der  Einleitung  geschehen,  und  zwar  sollen  die  ziemlich  lakonischen ­
  Urtheile  Ibn  Esra’s  über  die  einzelnen  exegetischen
Methoden  durch  anderweitige  Aeusserungen  von  ihm  und  auch
sonst  ergänzt  werden.  Ein  vorauszusendender  kleiner  Abschnitt
wird  noch  einige  allgemeine,  zum  Verständniss  der  Einleitung
nothwendige  Bemerkungen  bringen.  Schliesslich  sei  hier  daran
erinnert,  dass  die  Ibn  Esra’sche  Einleitung,  welche  im  Grunde
nur  ein  Umriss  der  Geschichte  der  Bibelerklärung  ist,  in  Wahrheit ­
  nur  so  vollständig  beleuchtet  werden  kann,  wenn  man  sie
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3  S.  8  a  der  Goslower  Ausgabe  des  1Piaön  “IBD,
            
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