Wortschatz und Sprachformen der Wiener Notker-Handschrift.
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und IV. Hier gehen die Fälle des Auslauts und mit Nasalis voran,
die letzte Silbe macht offenbar den Anfang, s. zu -i, -in, -id,
-it, — und die Form Wörter sind den übrigen Woi'tclassen
voran.
Der Anfang in letzter Silbe und die Priorität der
Form Wörter, findet sich auch sonst, wo entschieden eine Vernachlässigung
der Form vorliegt. Bei Synkope sind die Pronomina
den übrigen Wörtern voran, s. zu -cm I, -er I. II,
bei Apokope vielleicht die Partikel nals in 6. Zur Assimilation
s. uuelehe in -Ith I. In der Formübertragung beginnen
die Pronomen, dann folgen die Adjectiva, schliesslich die Substantiva,
s. zu -a I, zu -o II, -u II. — Priorität der letzten Silbe
bei Form Übertragung zeigt sich bei -dt, I. II, -et II.
Diese aus i entstehenden e mögen unvollkommen gewesen
sein. Brücke bezeichnet als unvollkommene e unsere deutschen e
unbetonter Silbe sowohl beim Declamiren als in gewöhnlicher
Rede, desgleichen die e und a der Endung im Walachischen;
Methode der phonetischen Transscription, Wiener Sitzungsberichte
philos.-hist. Classe Bd. 41, p. 273. 279. Leider kein
Beispiel von französischer Declamation.
Dieser Process wird als Schwächung aufzufassen sein.
Das Gegenspiel der Schwächung ist die Färbung im engeren
Sinne. Sie ist unzweifelhaft, wenn e, e l oder e 3 zui' werden. Nichts
weist darauf hin, dass diese aus e, a und o entstandenen i unvollkommen
gewesen seien. Sie wirken natürlich nicht constant
Umlaut, da das i verlüiltnissmässig kurze Zeit blieb und der
alte e-Laut immer daneben noch gehört worden sein mag, aber
doch mitunter mein für magan, gegen, über, loenne, denne. Unvollkommenes
i ist bairisch überhaupt sehr unwahrscheinlich. Es
fehlen jene Spuren, welche im Niederfränkischen und Niederländischen
zu seiner Annahme führen; s. meine Niederfränkische
Gesehäftssprache p. 74. Noch heute lebt unvollkommenes i
und u im Holländischen; van Ilelten, Taal- en Letterbode 6, 96.
Dieselbe Auffassung verlangt aber auch der Wandel inlautender
a zu e, wenn dies e sich später zu i färbt. Denn ci
wird zu e, neben welchem sporadisch schon einige i, unter Bedingungen,
welche von denen der Schwächung sich wesentlich entlernen.
Die der letzten vorangehenden Silben machen den Anfang,
s. -an 1 j zu -an I, -ar I, — und die Partikeln werden eigenthümlicli
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. LXXXI. Bd. II. Heft. 21