Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Wortschatz  und  Sprachformen  der  Wiener  Notker-Handschrift.

321

und  IV.  Hier  gehen  die  Fälle  des  Auslauts  und  mit  Nasalis  voran,
die  letzte  Silbe  macht  offenbar  den  Anfang,  s.  zu  -i,  -in,  -id,
-it,  —  und  die  Form  Wörter  sind  den  übrigen  Woi'tclassen
voran.
Der  Anfang  in  letzter  Silbe  und  die  Priorität  der
Form  Wörter,  findet  sich  auch  sonst,  wo  entschieden  eine  Vernachlässigung ­
  der  Form  vorliegt.  Bei  Synkope  sind  die  Pronomina ­
  den  übrigen  Wörtern  voran,  s.  zu  -cm  I,  -er  I.  II,
bei  Apokope  vielleicht  die  Partikel  nals  in  6.  Zur  Assimilation ­
  s.  uuelehe  in  -Ith  I.  In  der  Formübertragung  beginnen
die  Pronomen,  dann  folgen  die  Adjectiva,  schliesslich  die  Substantiva,
  s.  zu  -a  I,  zu  -o  II,  -u  II.  —  Priorität  der  letzten  Silbe
bei  Form  Übertragung  zeigt  sich  bei  -dt,  I.  II,  -et  II.
Diese  aus  i  entstehenden  e  mögen  unvollkommen  gewesen
sein.  Brücke  bezeichnet  als  unvollkommene  e  unsere  deutschen  e
unbetonter  Silbe  sowohl  beim  Declamiren  als  in  gewöhnlicher
Rede,  desgleichen  die  e  und  a  der  Endung  im  Walachischen;
Methode  der  phonetischen  Transscription,  Wiener  Sitzungsberichte ­
  philos.-hist.  Classe  Bd.  41,  p.  273.  279.  Leider  kein
Beispiel  von  französischer  Declamation.
Dieser  Process  wird  als  Schwächung  aufzufassen  sein.
Das  Gegenspiel  der  Schwächung  ist  die  Färbung  im  engeren
Sinne.  Sie  ist  unzweifelhaft,  wenn  e,  e l  oder  e 3 zui'  werden.  Nichts
weist  darauf  hin,  dass  diese  aus  e,  a  und  o  entstandenen  i  unvollkommen ­
  gewesen  seien.  Sie  wirken  natürlich  nicht  constant
Umlaut,  da  das  i  verlüiltnissmässig  kurze  Zeit  blieb  und  der
alte  e-Laut  immer  daneben  noch  gehört  worden  sein  mag,  aber
doch  mitunter  mein  für  magan,  gegen,  über,  loenne,  denne.  Unvollkommenes ­
  i  ist  bairisch  überhaupt  sehr  unwahrscheinlich.  Es
fehlen  jene  Spuren,  welche  im  Niederfränkischen  und  Niederländischen ­
  zu  seiner  Annahme  führen;  s.  meine  Niederfränkische
Gesehäftssprache  p.  74.  Noch  heute  lebt  unvollkommenes  i
und  u  im  Holländischen;  van  Ilelten,  Taal-  en  Letterbode  6,  96.
Dieselbe  Auffassung  verlangt  aber  auch  der  Wandel  inlautender ­
  a  zu  e,  wenn  dies  e  sich  später  zu  i  färbt.  Denn  ci
wird  zu  e,  neben  welchem  sporadisch  schon  einige  i,  unter  Bedingungen, ­
  welche  von  denen  der  Schwächung  sich  wesentlich  entlernen.
  Die  der  letzten  vorangehenden  Silben  machen  den  Anfang,
s.  -an  1  j  zu  -an  I,  -ar  I,  —  und  die  Partikeln  werden  eigenthümlicli
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  LXXXI.  Bd.  II.  Heft.  21
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.