Wortschatz und Sprachformen der Wiener Notker-Handschrift.
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ja-St. Bei den a-St. müsste man ohne diese Annahme glaublich
finden, altes u habe während der Lebenszeit unseres Schreibers
den ungeheuren Weg o, a, e 1 , i 1 , e 2 zurückgelegt. — Die zwei i
aber der 1. Sing. Praes. Ind. der ja- St. furhti die, trösti ih könnten
einer wenig verbreiteten Nebenform des alten -ju entstammen,
die sich zu der gewöhnlichen ähnlich verhält wie si zu siu,
menigt zu menigiu. Sie findet sich in bairischen Quellen des
9.—11. Jhs., Weinhold, Bair. Gramm. §. 307, häufig, aber nicht
immer vor ih: toufi ih, zelli ih, ruofi ih aus Otfried F, mordi,
gesuosi. Dies dringt sogar in die starke Form ein, a. a. O.
§. 280 ferläzi ih, gisihi ein. Das Alemannische scheint diese
Endung nicht zu kennen, Weinhold, Alem. Gramm. §. 339. 361.
Sie war wohl nie sehr beliebt und bot sich daher fast nur bei
folgendem oder vorhergehendem i'-Laut dem Gebrauche dar.
Nicht der geringste Beweis für ihre Existenz ist das Vorkommen
in unserm Denkmal, — 31, 8 giuestini. — Wenn wir die -i
als Entwickelung auffassen, sind wir genöthigt, den Process
*-<?, -e 3 , -i-e 2 in die Lebenszeit unsers Schreibers zu verlegen,
denn der kürzere -o, -e 3 , -i l würde dem Verhalten der alten
-e und -i widersprechen.
Auch die e werden zum Theil wenigstens diesen secundären
Vocalen ihren Ursprung danken. So die 5 e der Dat.
Sing, von ä- und ja-St. neben 2 o, 11 a, da ein Ueberwiegen
der e über o nach dem Verhalten des Adj. Pron. nicht wahrscheinlich
ist.
Die Apokope des u in sunu bedeutet wohl nur Nachbildung
der a-Declination.
Aehnlich wie in -o sind hier die e nur e 3 , nicht aus i
entstammende e 2 , ausser wo Formübertragung stattgefunden hat.
Zu -um. U hat sich noch hie und da im Wechsel mit o
erhalten, aber e überwiegt; kein i. Weinhold, Bair. Gramm.,
weist §. 292 1. Plur. Praet. Ind. st. Verba auf -omes nach;
s. auch Sievers, Tatian p. 45. Der Weg u — o — e — i — e ist
unwahrscheinlich, da die Station u—o noch vertreten ist.
Zu -un. Als Ableitung nur sibun, neben welchem sibon
nicht- vorzukommen scheint, s. Graff 1, 68. 2, 975. Vgl. zu -und.
Dasselbe Verhältniss wie in -um, aber ein i in mugin, ein anderes
nn Adv. auf -un, aruuingin. Mugin ist vielleicht Conj., der
Sitzungsber. d. pliil.-liist. CI. LXXXI. Bd. II. Hft. 17