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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Wortschatz  und  Sprachformen  der  Wiener  Notker-Handschrift.

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ja-St.  Bei  den  a-St.  müsste  man  ohne  diese  Annahme  glaublich
finden,  altes  u  habe  während  der  Lebenszeit  unseres  Schreibers
den  ungeheuren  Weg  o,  a,  e 1 ,  i 1 ,  e 2  zurückgelegt.  —  Die  zwei  i
aber  der  1.  Sing.  Praes.  Ind.  der  ja-  St.  furhti  die,  trösti  ih  könnten
einer  wenig  verbreiteten  Nebenform  des  alten  -ju  entstammen,
die  sich  zu  der  gewöhnlichen  ähnlich  verhält  wie  si  zu  siu,
menigt  zu  menigiu.  Sie  findet  sich  in  bairischen  Quellen  des
9.—11.  Jhs.,  Weinhold,  Bair.  Gramm.  §.  307,  häufig,  aber  nicht
immer  vor  ih:  toufi  ih,  zelli  ih,  ruofi  ih  aus  Otfried  F,  mordi,
gesuosi.  Dies  dringt  sogar  in  die  starke  Form  ein,  a.  a.  O.
§.  280  ferläzi  ih,  gisihi  ein.  Das  Alemannische  scheint  diese
Endung  nicht  zu  kennen,  Weinhold,  Alem.  Gramm.  §.  339.  361.
Sie  war  wohl  nie  sehr  beliebt  und  bot  sich  daher  fast  nur  bei
folgendem  oder  vorhergehendem  i'-Laut  dem  Gebrauche  dar.
Nicht  der  geringste  Beweis  für  ihre  Existenz  ist  das  Vorkommen
in  unserm  Denkmal,  —  31,  8  giuestini.  —  Wenn  wir  die  -i
als  Entwickelung  auffassen,  sind  wir  genöthigt,  den  Process
*-<?,  -e 3 ,  -i-e 2  in  die  Lebenszeit  unsers  Schreibers  zu  verlegen,
denn  der  kürzere  -o,  -e 3 ,  -i l  würde  dem  Verhalten  der  alten
-e  und  -i  widersprechen.
Auch  die  e  werden  zum  Theil  wenigstens  diesen  secundären
  Vocalen  ihren  Ursprung  danken.  So  die  5  e  der  Dat.
Sing,  von  ä-  und  ja-St.  neben  2  o,  11  a,  da  ein  Ueberwiegen
der  e  über  o  nach  dem  Verhalten  des  Adj.  Pron.  nicht  wahrscheinlich ­
  ist.
Die  Apokope  des  u  in  sunu  bedeutet  wohl  nur  Nachbildung ­
  der  a-Declination.
Aehnlich  wie  in  -o  sind  hier  die  e  nur  e 3 ,  nicht  aus  i
entstammende  e 2 ,  ausser  wo  Formübertragung  stattgefunden  hat.
Zu  -um.  U  hat  sich  noch  hie  und  da  im  Wechsel  mit  o
erhalten,  aber  e  überwiegt;  kein  i.  Weinhold,  Bair.  Gramm.,
weist  §.  292  1.  Plur.  Praet.  Ind.  st.  Verba  auf  -omes  nach;
s.  auch  Sievers,  Tatian  p.  45.  Der  Weg  u  —  o  —  e  —  i  —  e  ist
unwahrscheinlich,  da  die  Station  u—o  noch  vertreten  ist.
Zu  -un.  Als  Ableitung  nur  sibun,  neben  welchem  sibon
nicht-  vorzukommen  scheint,  s.  Graff  1,  68.  2,  975.  Vgl.  zu  -und.
Dasselbe  Verhältniss  wie  in  -um,  aber  ein  i  in  mugin,  ein  anderes
nn  Adv.  auf  -un,  aruuingin.  Mugin  ist  vielleicht  Conj.,  der
Sitzungsber.  d.  pliil.-liist.  CI.  LXXXI.  Bd.  II.  Hft.  17
            
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