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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Wortschatz  und  Sprachformen  der  Wiener  Notker-Handschrift.

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Mase.  der  st.  Adj.  und  des  Pronomen.  Der  st.  Inf.  hat  sogar
noch  je  ein  a.  in  I  und  II,  und  -in  sind  hier  im  Bairischen
gegenüber  dem  Alemannischen  sehr  selten.  Weinhold,  Bair.
Gramm.  §.  288,  hat  die  einzige  flectirte  Form  mit  ezzinni  aus
dem  Speculum  ecclesiae  (Bened.  Ps.);  vgl.  Alem.  Gramm.  §.  350.
Dazu  gebin  in  unserer  Hs.  118,  68.  Von  /a-St.  finden  sich
allerdings  mehrere  i  schon  im  9.  Jh.  in  der  Freisinger  Otfried-Ils.
  biuuänin,  uuentin  Weinhold,  Bair.  Gramm.  §.  311,  Kelle,
Otfried  2,  127,  dann  uuerigin  Millst.  Hs.  20,  11,  auadenchin
Otloh’s  Gebet  MSDm 2 .  LXXXII1,  3,  und  firchnusin  in  II.  Das
sind  Reste  des  ja,  aus  denen  wohl  auch  einige  e 2  entsprungen
sein  können.  Ueber  die  Seltenheit  des  Acc.  Sing,  auf  -in  statt
auf  -an  in  älterer  Zeit  s.  Gff.  2,  958  f.  5,  518.  Dass  auch
die  flectirten  Formen  des  Inf.  weder  in  I  noch  II  e 1  zeigen,
und  auch  in  den  übrigen  Theilen  der  Hs.  nur  sehr  selten  —
118,  161  chracinno,  104,  22  magisten'nnes  —  darf  nicht  für  eine
Eigenthümlichkeit  des  Inf.  in  Bezug  auf  den  Lautwandel  von
a  zu  i  angesehen  werden,  obwohl  sich  hier  Einfluss  der  weit
überwiegenden  unflectirten  Form  denken  Hesse.  Weder  die
Oonsonanz  ist  dieselbe,  noch  das  e.  —  Die  Partikel  gagen  setzt
wahrscheinlich  noch  kein  gagin  voraus,  da  der  Umlaut  fehlt.
Die  -an  der  Auslaute  also,  Part.  Praet.  st.  Verba  und
Ableitungen,  haben  sich  häufig  vor  der  Zeit  unsers  Denkmals  zu
-in  gefärbt,  weit  seltener  jene,  welchen  wie  den  eben  erwähnten
Inf.  und  Acc.  Sing,  keine  verwandten  Formen  gegenüberstehen,
in  denen  -an  in  Wortmitte  treten  konnte.  Die  hier  sich  zeigenden ­
  e  werden  zum  bei  weitem  grössten  Theile  e 1  sein.
Aber  entgangen  sind  diese  a  der  Färbung  nicht:  sie  folgen
nur  später.  Das  zeigt  schon  das  jüngere  gegen,  wozu  Graff
4,  135  gagin  belegt.  Und  in  unserm  Denkmal  seihst  begegnet
gebin  118,  68,  die  Acc.  Sing.  Masc.  des  st.  Adj.  unsculdigin
9,31,  guotlichin  23,  10,  einin  112,  8,  deheinin  113,  1',  iuuuerin
118,  161,  Acc.  von  deser,  disin  118,  88  —  s.  III,  —  meist  bei
vorher  gehendem  i.
Es  bereitet  dies  eine  Periode  vor,  in  der  die  Färbung
zu  i  wieder  grosse  Fortschritte  macht  und  auch  die  schon  zu  e
geschwächten  inlautenden  i  von  altem  a  und  o,  —  auch  von
altem  i,  —  so  wie  die  e  in  -emu,  -era,  -eru,  -ero  ergreift,  welche
sich  vorher  dem  Lautwandel  zu  i  entzogen  hatten.  Sie  ist  ver-
            
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