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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Wortschatz  und  Sprachformen  der  Wiener  Notker-Handschrift.

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stand.  Dies  ist  in  I  und  II  auslautend  schlechter  erhalten
als  im  Inlaut.
Zu  -a.  A  ist  im  Ganzen  gut  bewahrt.  Neben  den  Färbungen ­
  behauptet  es  seine  Ueberlegenheit.  Auffallend,  dass
die  Abweichung  von  a  im  Verbum,  Nomen  und  Pronomen
stärker  ist  als  bei  den  Partikeln,  welche  sehr  wenig  i  und  o
zeigen.  Aber  der  ganze  vorauszusetzende  Weg  von  a  über  e
zu  i  ist  unwahrscheinlich,  da  i,  ja  selbst  i,  sich  dem  e  zuneigt,
das  doch  mit  e  aus  a  mindestens  grosse  Aelmlichkeit  gehabt
haben  muss,  -—  ebenso  der  Weg  a,  e,  i,  e,  da  a  noch  vorhanden.
Alle  diese  i  wie  die  o  können  durch  Formübertragung
entstanden  sein.  Es  erscheinen  für  a  nur  solche  Vocale,  welche
in  verwandten  Formen  gebraucht  werden.  Kein  Nom.  Plur.
tago,  kein  santu  für  santa.  Im  Pronomen  und  Adj.  fehlen  hier,
wie  in  II,  Endungen  auf  i,  offenbar  weil  diese  Redetheile  keiner
falschen  Analogie  ausgesetzt  waren.  Diese  ist  zuweilen  durch
vocalische  Assimilation  an  vorhergehende  Silben  und  nachfolgende ­
  Wörter  unterstützt.  Aber  selten  reicht  Assimilation  allein
aus,  um  den  in  seiner  Qualität  erschütterten  Laut  eine  bestimmte ­
  Richtung  zu  geben,  so  im  Praet.  Ind.  lonoto,  wo  nicht
an  das  alte  o  zu  denken,  MSDm 2 .  326.  610.  —  Die  übrigen  o
sind  Dat.  Sing.  Fern.,  welche  in  den  Gen.  eindringen,  und
zwar  macht  das  Pronomen  den  Anfang,  dann  folgt  das  Adjectivum,
  schliesslich  das  Substantivum.  Einmal  sogar  durch
unsicheres  Sprachgefühl  in  unsero  uuis,  —  doch  vgl.  dio  Acc.
Sing.  Fern,  von  diu  MSDm' 2 .  533,  —  oder  es  ist  der  Nom.
Sing.  Masc.  der  a«-St.  auf  das  Neut.  übertragen  worden.  —
Scmia  folgt  der  Analogie  der  Adv.  auf  o.
Die  i  in  der  1.  3.  Sing.  Praet.  Ind.  der  schwachen  Verba
können  entweder  dem  entsprechenden  Conj.  -ti  ihren  Ursprung
verdanken,  —  vgl.  -ta  für  -ti  zu  i  II,  und  tätist  im  2.  Sing.
Praet.  Ind.  in  I  und  III,  —  oder  es  liegt  Assimilation  an  das  i
des  häufigen  -ita  zu  Grunde.  In  den  vorliegenden  Fällen  sind
die  Beispiele  überdiess  durch  Assimilation  an  den  Wurzelvocal
  oder  an  das  folgende  Wort  entschuldigt,  einmal  durch
den  beabsichtigten  Reim:  unreinti,  chucti  in,  santi  (:  iruuanti).
S.  die  -ti,  -oti,  -eti  in  III,  die  -iti  Weinhold,  Bair.  Gramm.
§§•  313.  369.  —  Die  Nom.  Acc.  Sing,  der  d-,  der  Nom.  Sing.
Sitzungsber.  d.  pliil.-liist.  CI.  LXXXI.  Bd.  II.  Hft.  lö
            
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