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Hoi nzel.
Die Methode besteht in der Vergleichung der einzelnen
Fälle eines Ausgangs: 1) unter einander — Wortgattung und
Silbenzahl, Stellung der fraglichen Silbe in letzter oder vorletzter
Silbe können Verschiedenheit der Behandlung verursachen,
— 2) mit anderen Ausgängen desselben Vocals, —
z. B. der -a mit -al, -ar, — 3) mit Ausgängen, deren ursprüngliche
Gestalt mit der variirten übereinstimmt, — wenn für ar
er und ir erscheint, wird das Verhalten der ursprünglichen er
und ir zu Rathe zu ziehen sein, -— 4) mit den entsprechenden
Ausgängen anderer Quantität, — 5) mit den entsprechenden
Ausgängen der andern Tabelle.
Zu 5). Die Verschiedenheiten in der Orthographie zweier
Schreiber derselben Hs., die derselben Zeit, demselben Ort,
ja demselben Kloster angehören, können in der Regel nicht
als Zeugnisse einer differirenden Aussprache angesehen werden.
Es ist unglaublich, weil unserer gegenwärtigen Erfahrung widersprechend,
dass der bei der Copie einer. alten Tatian-Uebersetzung
beschäftigte Schreiber y noch ezzant, werdant gesprochen
habe, während seine Collegen und Klosterbrüder nur den Ausgang
auf -ent kannten (Sievers’ Tatian p. 37). Mag man den
Wechsel der Vocale als eine vor unseren Augen sich vollziehende
Vertauschung der Laute betrachten, der zu Folge beide
Laute in ihrer uns bekannten Qualität gesprochen wurden,
oder zieht man es vor, sie für Symptome einer undeutlichen
oder von einer Qualität zur andern überleitenden Vocalisirung
zu halten, für welche das lateinische Alphabet kein adäquates
Zeichen zu bieten schien, immer wird bei zwei durch Zeit und
Ort als gleich anzusetzenden Menschen entweder das Schwanken
oder die Qualität der Laute gleich gewesen sein. In bei weitem
den meisten Fällen stimmt ja auch die Orthographie gleichzeitiger
Schreiber eines Ortes. Das Gemeinsame derselben sowohl
in der Beständigkeit wie in den statistischen Verhältnissen
des Wechsels kann zu directen Schlüssen auf die Aussprache
verwerthet werden. Nicht so die abweichenden Fälle. Der
verschieden entwickelte Verstand der Schreiber — denn auch
die Schulbildung müssen wir im Ganzen als gleich annehmen —
kann die Schreibung auf verschiedene Weise beeinflussen. Wenn
z. B. a und e in der Aussprache einer Endung im Verhältniss
von 10 zu 5 wechselten, so kann ein naiver und verständiger