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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

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Hoi  nzel.

Die  Methode  besteht  in  der  Vergleichung  der  einzelnen
Fälle  eines  Ausgangs:  1)  unter  einander  —  Wortgattung  und
Silbenzahl,  Stellung  der  fraglichen  Silbe  in  letzter  oder  vorletzter ­
  Silbe  können  Verschiedenheit  der  Behandlung  verursachen, ­
  —  2)  mit  anderen  Ausgängen  desselben  Vocals,  —
z.  B.  der  -a  mit  -al,  -ar,  —  3)  mit  Ausgängen,  deren  ursprüngliche ­
  Gestalt  mit  der  variirten  übereinstimmt,  —  wenn  für  ar
er  und  ir  erscheint,  wird  das  Verhalten  der  ursprünglichen  er
und  ir  zu  Rathe  zu  ziehen  sein,  -—  4)  mit  den  entsprechenden
Ausgängen  anderer  Quantität,  —  5)  mit  den  entsprechenden
Ausgängen  der  andern  Tabelle.
Zu  5).  Die  Verschiedenheiten  in  der  Orthographie  zweier
Schreiber  derselben  Hs.,  die  derselben  Zeit,  demselben  Ort,
ja  demselben  Kloster  angehören,  können  in  der  Regel  nicht
als  Zeugnisse  einer  differirenden  Aussprache  angesehen  werden.
Es  ist  unglaublich,  weil  unserer  gegenwärtigen  Erfahrung  widersprechend, ­
  dass  der  bei  der  Copie  einer.  alten  Tatian-Uebersetzung
  beschäftigte  Schreiber  y  noch  ezzant,  werdant  gesprochen
habe,  während  seine  Collegen  und  Klosterbrüder  nur  den  Ausgang ­
  auf  -ent  kannten  (Sievers’  Tatian  p.  37).  Mag  man  den
Wechsel  der  Vocale  als  eine  vor  unseren  Augen  sich  vollziehende ­
  Vertauschung  der  Laute  betrachten,  der  zu  Folge  beide
Laute  in  ihrer  uns  bekannten  Qualität  gesprochen  wurden,
oder  zieht  man  es  vor,  sie  für  Symptome  einer  undeutlichen
oder  von  einer  Qualität  zur  andern  überleitenden  Vocalisirung
zu  halten,  für  welche  das  lateinische  Alphabet  kein  adäquates
Zeichen  zu  bieten  schien,  immer  wird  bei  zwei  durch  Zeit  und
Ort  als  gleich  anzusetzenden  Menschen  entweder  das  Schwanken
oder  die  Qualität  der  Laute  gleich  gewesen  sein.  In  bei  weitem
den  meisten  Fällen  stimmt  ja  auch  die  Orthographie  gleichzeitiger ­
  Schreiber  eines  Ortes.  Das  Gemeinsame  derselben  sowohl ­
  in  der  Beständigkeit  wie  in  den  statistischen  Verhältnissen
des  Wechsels  kann  zu  directen  Schlüssen  auf  die  Aussprache
verwerthet  werden.  Nicht  so  die  abweichenden  Fälle.  Der
verschieden  entwickelte  Verstand  der  Schreiber  —  denn  auch
die  Schulbildung  müssen  wir  im  Ganzen  als  gleich  annehmen  —
kann  die  Schreibung  auf  verschiedene  Weise  beeinflussen.  Wenn
z.  B.  a  und  e  in  der  Aussprache  einer  Endung  im  Verhältniss
von  10  zu  5  wechselten,  so  kann  ein  naiver  und  verständiger
            
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