Heinzei. Wortschatz und Spracliforraen der Wiener Notlcer-Handschrift. 203
Wortschatz und Sprachformen der Wiener Notker-Handschrift,
ii.
Yon
Richard Heinzei.
Sprachformen.
A. Die Vocale (1er Ableitungen und Flexionen.
Vorbemerkung e n.
Die Untersuchung legt statistische Tabellen zu Grunde,
welche die Lautgebung zweier Schreiber, des ersten auf 12,
des zweiten auf 14 Blättern der IIs. darstellen, —• 3 :l bis 14 d
(incl.) I, 183 d bis 197° (incl.) II. — Hie und da ist zu Hilfe
genommen III, eine Auslese bemerkenswerther Fälle aus den
übrigen Theilen der Hs.
In den Tabellen sind nur die handschriftlich bezeugten
Längen als solche angesetzt, 1 und in den angefügten Erörterungen
die Vocale e, i, o, sofern sie nicht alt sind, und es
nöthig schien, mit Ziffern bezeichnet: e 1 stammt von a, e- von i,
von o, i l von e, o 1 von u.
Hie folgenden Untersuchungen haben den Zweck: 1) die
Chronologie der in den Tabellen verzeichneten Lautwandlungen
zu bestimmen, ob e z. B. dem i, neben welchem es erscheint,
als Rest eines früheren Lautstandes vorangehe, oder als eine
Entwicklung aus i aufzufassen sei, 2) die Tendenz der lautlichen
Erscheinungen zu ermitteln, also vor allem zu scheiden
zwischen Formübertragung und Lautschwächung, 3) die in
einigen Fällen fraglichen Grundformen festzustellen.
1 Nack Braune, Beiträge 2, 124.