Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 81. Band, (Jahrgang 1875)

Beiträge  zur  altslovenisnhen  Grammatik.

99

Ein  Wechsel  von  e  und  y  tritt  auch  bei  den  n-Stämmen
ein:  kamy  neben  köre  und  vreme:  die  Differenz  scheint
darauf  zu  beruhen,  dass  in  kamy  ursprünglich  vor  n  ein
anderer  Vocal  stand  als  in  köre  und  vreme.  Die  Sache  ist
mir  nicht  klar.
Man  vergleiche  über  die  auf  den  Wechsel  von  e  und  y
beruhenden  Formen  A.  Ludwig:  ,Uber  einige  nasale  Formen
im  Altslovenischen'  in  den  Sitzungsberichten  der  k.  böhmischen
Gesellschaft  der  Wissenschaften  1874,  Seite  169—176.
III.  Aorist.
Der  Aorist  wird  auf  zweifache  Art  gebildet:  A.  werden
mit  dem  Infinitivstamm  mittelst  des  Bindevocals  e  oder  o
die  stumpfen  Personalendüngen  verbunden:  einfacher  Aorist.
B.  wird  durch  Anfügung  des  von  dem  Verbum  substantivum
stammenden  s  ein  Aoriststamm  gebildet,  mit  welchem  mittelst
des  Bindevocals  e  oder  o  gleichfalls  die  stumpfen  Personalendungen ­
  verbunden  werden:  zusammengesetzter  Aorist.  Der
zusammengesetzte  Aorist  kann  eine  doppelte  Form  annehmen,
je  nachdem  das  s  sich  erhält  oder  in  h  übergeht.  Aber  auch
jene  Aoristformen,  in  denen  s  in  h  übergeht,  spalten  sich  in
zwei  Kategorien,  von  denen  die  eine  jene  Formen  umfasst,
die  zwischen  Stamm  und  Suffix  h  keinen  Bindevocal  einschalten,
die  demnach  mit  den  s-Aoristen  bis  auf  das  h  für  s  vollkommen ­
  zusammenfallen,  während  zur  zweiten  Kategorie  jene
Aoriste  gehören,  in  denen  zwischen  Stamm  und  Suffix  h  ein
Bindevocal  eingeschaltet  erscheint.  Die  h  -Aoriste  mit  Bindevocal, ­
  schon  im  Ältslovenischen  die  Regel  bildend,  sind  in  den
lebenden  slavischen  Sprachen  allein  gebräuchlich.  Die  übrigen
drei  Aoristbildungen  können  als  die  archaistischen  bezeichnet
werden.  Zu  den  archaistischen  Aoristen  muss  auch  b  i  m  m,  gerechnet ­
  werden  sammt  der  auf  andere  Weise  gebildeten  III.  Plur.
ba.  Von  den  archaistischen  Aoristen  soll  auf  den  nachfolgenden
Blättern  gehandelt  werden.
Die  Quellen,  die  dieser  Arbeit  zu  Grunde  liegen,  sind  so
geordnet,  dass  unter  I.  die  pannonischen  und  zwar  vor  allen
die  glagolitischen;  unter  II.  die  bulgarischen;  unter  III.  die
serbischen;  unter  IV.  die  kroatischen  (glagolitischen);  unter
7*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.