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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Sehen  kl.  Xenopkontiseke  Studien.

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Xenopliontisclie  Studien.
Von
K.  Schenkl,
wirkt.  Mitglied«!  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften.

Zweites  Heft.
Beiträge  zur  Kritik  der  Apomnemoneumata.
I.
Wie  wir  aus  dem  Busiris  des  Isokrates  §.  4  und  5
wissen,  hatte  der  Sophist  Polykrates  eiue  Declamation,  vaxqyopi’.a
  ZcüKpäxoug,  geschrieben.  Dieselbe  war  in  der  Form  einer
Klagrede  vor  den  Richtern  verfasst;  sonst  würde  nicht  der
Irrthum  entstanden  sein,  welchen  nacli  dem  freilich  sehr  verdächtigen ­
  Zeugnisse  des  Diog.  Laert.  II,  5,  38  (vgl.  Cobet  Nov.
lect.  p.  664  u.  676)  schon  Hermippos  theilte,  dass  Polykrates
diese  Rede  für  Meietos  geschrieben  habe.  Ein  Blick  in  den
Busiris  (§.  6),  wo  Isokrates  klar  andeutet,  Sokrates  sei  schon
todt  gewesen,  als  Polykrates  seine  Schrift  veröffentlichte,  konnte
das  Gegentheil  beweisen;  auch  hot  die  Rede  selbst  eine  Widerlegung ­
  dieses  Irrthumes  ;  denn,  wie  Phavorinos  im  ersten  Buche
seiner  Apomnemoneumata  berichtete,  erwähnte  der  Sophist  darin
der  Wiederherstellung  der  langen  Mauern  durch  Konon,  welche
erst  sechs  Jahre  nach  dem  Tode  des  Sokrates  erfolgte  (Diog.
Laert.  II,  5,  39).  Die  Declamation  war  also  393  oder  nach
diesem  Jahre,  allein  Anscheine  nach  aber  nicht  lange  nach
jenem  Datum  verfasst.
Nach  dem,  was  Isokrates  von  dieser  Rede  berichtet  und
was  man  überhaupt  von  der  Schriftstellerei  des  Polykrates
weiss,  war  die  zaxYjyopi'a  SwxpäRous  ein  armseliges  Machwerk.
Die  Rhetorik  der  Griechen  zeigt  ja  uns  auch  in  der  Zeit
            
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