Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

80

Pfizmaier.

ten  einander.  Zolin  Tage  vor  der  Ankunft  Pa’s  machten  die
Menschen  in  dem  Ahnentempel  kein  Getöse  mehr,  man  wusste
nicht,  wo  sie  waren.  Als  Pa  ankam,  übersandte  er  dem  Kaiser
eine  Denkschrift,  worin  er  sagte:  Das  dämonische  alte  Gespenst
des  Ahnentempels  nennt  sich  fälschlich  eine  Obrigkeit  des
Himmels.  Es  betrügt  und  schädigt  die  hundert  Geschlechter.
Es  häuft  die  Schuld  schon  längst  seit  Tagen.  Das  Verbrechen
muss  ohnmächtig  gemacht  und  bestraft  werden.  Ich  bitte,  dass
die  Sache  dem  verdienstvollen  Richter  zugewiesen  werde.  Ich
selbst  ziehe  aus,  verfolge  und  fange  es.  Wenn  man  es  nicht
zurechtbringt  und  straft,  so  fürchte  ich,  es  wird  wieder  in  der
Welt  umherwandeln.  Das  Speisen  mit  Blut  an  dem  Orte,  wo
es  sich  aufhält,  belästigt  mit  Unrecht  das  vortreffliche  Volk
und  fordert  ernstliches  Beton.  —  Er  durchsuchte  jetzt  dort,  wo  es
sich  befand,  die  Borge  und  Flüsse  und  fragte  an  den  Altären
der  Landesgötter  nach  den  Spuren  des  Dämons.  Dieser  Dämon
gelangte  in  das  Reich  Tsi  und  wurde  ein  Beflissener  der
Bücher.  Der  Statthalter  von  Tsi  sah  ihn.  Jener  war  von  Aussehen ­
  schön  und  zierlich,  und  hatte  auch  Begabung  und  Verstand. ­
  Er  war  im  Lernen  bewandert  und  erörterte  den  Sinn
der  richtsclmurmässigen  Bücher.  Die  Menschen,  welche  sich
damals  in  Tsi  befanden,  kannten  ihn  alle.  Der  Statthalter
wusste  ebenfalls  nicht,  dass  es  ein  Dämon  sei,  und  er  vermälte
ihn  mit  seiner  Tochter.  Diese  gebar  einen  Knaben.
Pa  kam  jetzt  an  und  besuchte  den  Statthalter.  Nachdem
er  die  ersten  Worte  gesprochen,  fragte  er:  Ich  habe  gehört,
dass  du  einen  Eidam  hast,  der  den  Söhnen  über  die  fünf  richtschnurmässigen
  Bücher  Aufklärung  gibt.  Kann  ich  ihn  schon?  —
Der  Statthalter  bat  den  Eidam  zu  sich.  Dieser  stellte  sich  krank,
entschuldigte  sich  und  trat  nicht  heraus.  Doch  Pa  begehrte
ihn  ohne  Unterlass.  Der  Eidam  sagte  zu  seinem  Weibe:  Wenn
ich  heute  heraustrete,  muss  ich  sterben.  Was  sagst  du  dazu?  —
Die  Tochter  verwunderte  sich  ebenfalls  und  wusste  nicht,  was
sie  thun  solle.  Pa  erkannte,  dass  jener  sich  nicht  herausgetraue. ­
  Er  begehrte  eine  Tafel  der  Meldung  an  dem  Hofe  sammt
einem  Pinsel  und  schrieb  auf  ein  Abschnittsrohr.  Er  gab  dieses
dem  Statthalter  und  sagte:  Gib  dieses  dem  weisen  Eidam.  Er
wird  dann  herauskommen.  —  Als  der  Eidam  das  Abschnittsrohr ­
  erhielt,  vergoss  er  Thränen,  nahm  von  seinem  Weibe  Ab-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.