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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  griechischer  Schriftsteller.  749
ebenso  allgemeine  Erwiderung:  nicht  jeder  braucht  jeden  zu  ehren.
Der  buchgelehrte  Hippolyt  zeigt  sich,  wie  billig,  der  frommen
Einfalt  des  Alten  durchaus  überlegen.  Dieser  räumt  eine
seiner  Positionen  nach  der  anderen;  die  engere,  die  er  zuerst
eingenommen,  wie  die  weitere  und  höhere,  in  der  er  —  aus
der  ersteren  vertrieben  —  Schutz  gesucht  hat.  So  bleibt  ihm
denn,  nachdem  er  im  Wortgefechte  unterlegen,  nichts  übrig
als  sich  kopfschüttelnd  zurückzuziehen,  und  —  äusserlich  besiegt, ­
  aber  nicht  innerlich  überzeugt  —  seiner  bösen  Ahnung
in  einem  Stossseufzer  Luft  zu  machen,  der  die  höfliche  und,
wenn  man  will,  abergläubische  Form  eines  Wunsches  annimmt,
—  eines  Wunsches,  an  dessen  Erfüllung  er  selbst  so  wenig
glaubt  als  der  Dichter.
Nur  zum  Theil  mit  mir  übereinstimmend  hat  kürzlich
Wecklein  (Studien  zu  Euripides  in  Jahrb.  Suppl.  VII,  3,  344—45)
unsere  Stelle  behandelt.  Warum  ich  seine  Anordnung  der
Verse  (104—107—106—105)  nicht  billigen  kann,  ergibt  sich
aus  der  obigen  Darlegung  von  selbst.
3.  Hippol.  233  ff.
vuv  oy)  p.sv  opoq  ßao’  sxi  O-jpac
icööov  sarsXXou,  vuv  S’aü  4ap.a0o'.c
etc’  dzup.ävTOt?  Ttfihwv  spaoa'i.
Wenn  ein  so  eminenter  Forscher  und  genauer  Kenne:'  des
Euripides  wie  Weil  zur  Rechtfertigung  der  jetzt  allgemein
aufgenommenen  Lesart  -60ov  (die  besten  Hss.  bieten  das  sinnlose ­
  7co0£v)'  nichts  besseres  zu  sagen  weiss  als:  au  heu  de  dire:
,tu  partais  pour  la  chasse‘  .  .  .  eile  dit  ,tu  partais  pour  le
desir  de  la  chassV  —  dann  wird  man  wohl  vermuthen
dürfen,  dass  die  Kritik  ihr  Werk  zu  frühe  geschlossen,  die
Interpretation  das  ihre  zur  Unzeit  begonnen  hat.  Und  ist  denn
opo?  ßao’,  ,monte  conscenso'  (wie  Fix  richtig  übersetzt),  mit
eotsXXou  und  der  thatsächliehen  Situation  irgend  vereinbar,  ja
vor  sctteXXou  auch  nur  möglich?  Ich  wüsste  nicht,  wie  sich
den  augenscheinlichen  Gebrechen  der  Ueberlieferung  anders
oder  leichter  abhelfen  liesse  als  durch  die  Schreibung:

1  Desgleichen  der  Archetypus  des  Pliotius  und  der  Parisin.  A.  des
S  ui  das  s.  v.  vuv  orj.

v

i
            
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