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Zimmermann. Schelling’s Philosophie der Kunst.
zwei Jahre darauf wirklich vorgetragen wurde, Notiz genommen,
habe ich nirgends erwähnt gefunden.
Zum Schlüsse sei erwähnt, dass sich Schelling für sein
,ästhetisches Vorurtheil' dem Anschein nach hätte auf Schiller
berufen dürfen. Am 27. März 1801 schreibt Schiller an Goethe,
und zwar auf Veranlassung eines ,Krieges', den er Schelling
gemacht habe wegen einer Behauptung in seiner Transcendentalphilosophie,
folgenden Satz nieder: ,Das Bewusstlose mit dem
Besonnenen vereinigt, macht den poetischen Künstler aus'.
Diese Worte lauten beinahe, als ob Schiller mit Schelling
einverstanden gewesen wäre. ,Vereinigung' des Bewusstlosen
mit dem Besonnenen scheint für den ersten Anblick beinahe
dasselbe zu sein, wie ,Identität der bewussten und unbewussten
Thätigkeit'. Aber es liegt eine Welt dazwischen. In der ,Vereinigung'
arbeiten bewusstlose und besonnene Thätigkeit für
denselben Zweck und in paralleler Richtung, aber sie sind
und bleiben verschiedene Thätigkeiten. In der Identität
werden sie als eine und dieselbe gesetzt und heben als
entgegengesetzte einander gegenseitig auf. Schiller spricht
als Kantianer von einer harmonischen Einigung verschiedener,
Schelling als Identitätsphilosoph von der in sich widersprechenden
und daher unmöglichen Einheit entgegengesetzter Thätigkeiten.
Schelling’s ,ästhetisches Vorurtheil' ist sein ausschliessliches
Eigenthum.