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Z i m m erman n.
von Halikaniass, die auch Schelling anführt, der als das auszeichnende
Merkmal des Epos angibt, dass der Dichter nicht
erscheine, scheint mir das Richtige zu treffen. Dieses einzige
Merkmal weist sowohl Elegie als Satyre aus dem epischen Bereiche,
während dasselbe Idyll und Lehrgedicht zulässt. Gerade
die von Schelling angeführten Römischen Elegien Goethe’s sind
vollgiltiger Beweis. Geschichtlich ist die Elegie allerdings,
denn sie blickt in die Vergangenheit zurück, aber episch ist
sie nicht, denn der Dichter ,erscheint' darin.
Im Idyll und im Lehrgedichte kann der Dichter sich fernhalten.
Jenes ist wirklich ein ,Gemälde', wie auch Schelling
sagt. Es stellt seinen Gegenstand, er gehöre der Vergangenheit,
der Gegenwart oder der Zukunft an, stets als gegenwärtig,
das Epos stellt das Vergangene stets als vergangen dar.
Schelling findet ,das Idyll neige notbwendigerweise' zum Dramatischen
hin, ohne dafür einen Grund anzugeben. Die Bemerkung
ist richtig und das Obige ist ihr Grund.
Wie das Idyll objectiv, steht das Lehrgedicht subjectiv
nach obigem Schema dem Epos am fernsten, angeblich deshalb,
weil es ,einen bestimmten', das Epos keinen Zweck hat. Aus
diesem Grunde wird es mit der Satyre zusammengestellt, die
sich, wie jenes auf das Wissen, so auf das Handeln beziehen
soll. Dasselbe nimmt im Epos die Stelle des Wissens im idealen
All ein, gleichsam als Durchbruch des Wissens in der poetischen
Kunstform. Ist ja die Kunst doch nach Schelling objectiv, was
die Philosophie subjectiv, ideales All in der objectiven, wie
diese dasselbe in der subjectiven Indifferenz, und steht zwischen
Wissen und Handeln mitten drinnen, wie die epische zwischen
lyrischer und dramatischer Poesie. Das Lehrgedicht ist das
Wissen als epische Poesie, wie die Wissenschaft Epos auf die
Wissenspotenz versetzt. Bei dem durchaus abbildlichen Charakter
der Kunst, als Darstellung des Absoluten können Wissen
und Lehrgedicht nicht dem urbildlichen Gehalte, nur der Potenz
nach verschieden sein.
Daher sagt Schelling geradezu: im Wissen für sich liege
die Möglichkeit, als Form der Poesie einzutreten. Das Wissen
für sich ist ein Bild des All; die Poesie (wie alle Kunst) ist
es ebenfalls. Diejenige Wissenschaft, welche das vollkommenste
Bild des Universums darstellte, müsste daher auch die voll-