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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Schelling's  Philosophie  der  Kunst.

669

welcher  .die  Nothwendigkeit  das  Uebel  verhängt,  und  die  Freiheit, ­
  sich  über  diesen  Sieg  erhebend,  freiwillig  das  Uebel  übernimmt' ­
  (S.  691).
In  eine  Construction  der  einzelnen  Formen  des  lyrischen
Gedichts  hat  Schelling,  sich  nicht  eingelassen.  Dagegen  setzt
er  die  Construction  des  Epos  als  des  schlechthin  objectiven'
Gedichts  nach  zwei  Seiten  fort,  jenachdem  die  Identität

lieh  verhalten  sowohl  das  Subject  (der  Dichter),  als  der  Gegenstand ­
  sich  objectiv.  Diese  Identität  nun  könne  nach  zwei  verschiedenen ­
  Seiten  hin  aufgehoben  werden  :  entweder  so  dass  die
Subjectivität  oder  Besonderheit  ins  Object,  die  Objectivität  oder
Allgemeinheit  in  den  Darstellenden,  oder  so  dass  die  Objectivität ­
  (die  Allgemeinheit)  in  den  Gegenstand,  die  Subjectivität ­
  in  den  Darstellenden  gelegt  ist.  Beide  Pole  differenziren
  sich  wieder  in  sich  nach  der  subjectiven  und  objectiven
Seite.  Daraus  entspringt  folgendes  Schema:
Subject  objectiv  Object  objectiv
Epos
Subject  objectiv  Object  subjectiv  Subject  subjectiv  Object  objectiv

relativ  subjectiv

relativ  objectiv

subjectiv  objectiv

subjectiv

objectiv

Lehrgedicht  Satyre

Elegie

Idylle

Um  den  Faden  der  Methode  nicht  zu  verlieren,  müssen
sich  daher  Lehrgedicht  und  Satyre  einer-,  Elegie  und  Idylle
andererseits,  wie  reale  und  ideale  Einheit  im  Idealen,  das
Epos  als  Indifferenz,  alle  drei  untereinander,  wie:  Wissen,
Handeln,  Kunst  verhalten.  Sehr  leicht  lässt  sich  einsehen,  dass
Lehrgedicht  und  Satyre  einen  Bezug  auf  Wissen,  desto  schwerer,
wie  Elegie  und  Idylle  einen  solchen  auf  das  Handeln  haben
sollen.  Die  Bemerkung,  dass  die  Elegie,  weil  in  der  Vergangenheit ­
  bleibend,  geschichtlich'  (Geschichte  gleich  Handeln)
sei,  reicht  nicht  für  die  Idylle  aus.  Ueberhaupt  möchte  es
fraglich  sein,  ob  die  genannten  Dichtarten  mit  Recht  unter  das
Epos  eingereiht  werden  dürfen.  Die  Bemerkung  des  Dionys
            
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