Zimmerm ann,
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Charakteristisch für den Glauben, den Schelling an die Untrüglichkeit
seiner Methode, und den man in Weimar und Jena damals
an die absolute Vollkommenheit der Alten hatte, ist die Art,
wie sich dieser über die mangelnde Erfahrung von der Schönheit
bloss ,rhythmischer' Musik beruhigt: da die Griechen,
heisst es S. 497, in allen Künsten gross waren, so waren sie
es ,gewiss' auch in der Musik !
Durch die Voranstellung des Helldunkels als ,der Malerei
in der Malerei' (S. 519), hat Schelling die bekannte Vorliebe
der Romantiker für Correggio philosophisch construirt. Wörtlich
genommen wäre das Malen der Malerei so unwesentlich, wie
der Tonkunst das Tönen. An anderem Orte sagt er ausdrücklich,
die Malerei sei ,nur durch die Farbe' Malerei, wie sie
durch die Zeichnung ,Kunst' sei. Da jedoch die Zeichnung
,der Rhythmus der Malerei' (S. 520) genannt wird, welcher
,in der Musik die Musik' ist, so ist was in der Malerei die
,Kunst' ist, in der Musik diese selbst, und der Ton macht die
Musik nicht zur Tonkunst, wie die Farbe die Malerei zur
Malerei. Die ,wortlose' Kunst (die ,in der Absolutheit gedacht'
nur Rhythmus ist; Zusatz zu §. 81, S. 496) droht auch
,tonlose' zu werden.
Schelling’s Naturphilosophie, welche das Licht als ideale
Einheit betrachtete, schloss Newton’s Optik von selbst aus,
vertrug sich dagegen vollkommen mit der Goethe’schen Farbenlehre.
Jene schien dem Vortragenden im Winter 1802/3 durch
die ,höhere Ansicht der Natur des Lichts' selbst genug widerlegt,
so dass er kein Wort zur Widerlegung hinzuzufügen nöthig
fand; Goethe’s ,neue Ansichten dieser Lehre' hatte dieser ihm
gelegentlich selbst vörgetragen (Schiller’s und Goethe’s Briefw.
II. S. 138). Schelling sah in ihnen ,die innigste Harmonie zwischen
Natur und Kunst', anstatt dass in der Newton’schen schlechthin
kein Mittel lag, die Theorie mit der Praxis des Künstlers zu
verbinden.
Die drei Zweige der Plastik, deren erster den Organismus
durch das Anorgische, der zweite durch das Organische des
Stoffs, der dritte durch den Stoff selbst darstellt, bezeichnet
Schelling als Architektur, Basreliefkunst und Skulptur. Soll
erstere Darstellungsweise gelingen, so müssen die Formen des
Organismus durch das Anorgische so dargestellt werden, als