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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Z  i  m  m  erm  an  n.

kennt  dergleichen  allerdings  nicht.  Nicht  nur  das  Ganze  der
idealen  Welt,  auch  das  Ganze  der  realen  ist  ,ursprüngliche
Sprache  Gottes*,  wenngleich  nur  jene  das  ,lebendige“,  diese
das  ,geronnene  Wort  Gottes*.  Die  bildende  Kunst  ,bis  herauf
zu  dem  auf  den  Lippen  der  Niobe  versteinerten  Laut*  ist  gestorbenes ­
  Wort*;  auch  die  Musik,  in  welcher  das  ,in  den  Tod
eingegangene  lebendige  Wort*  nur  mehr  als  ,Klang*  vernehmbar ­
  wird.
,Klang*  und  ,versteinerter  Laut*,  Hörbares  und  Stummes,
kommen  bei  dieser  Eintheilung  zusammen  auf  die  eine,  '  ein
anderes  gleichfalls  Hörbares,  das  Wort,  dagegen  auf  die  andere
Seite  zu  stehen.  Eines  weiteren  Beweises  bedarf  es  nicht,  dass
die  Darstellung  für  den  »Sinn  in  dieser  Philosophie  der  Kunst  von
keinem  Gewichte  ist.  Stummes  Wort  und  wortloser  Klang
stehen  zusammen  dem  klingenden  Wort,  der  Rede,  gegenüber.
Jene  drei,  wenn  die  Kunst  einmal  ,Sprache*  sein  soll,  stellen
drei  verschiedene  Sprachen  (Bildsprache,  Tonsprache,  Wortsprache) ­
  dar;  Bildsprache  und  Tonsprache  aber  gehören  nicht
derselben  Kunst.
Die  ,nicht  irrende*  Methode  hat  keinen  anderen  Platz  für
die  Musik.  Das  All  der  Kunstwelt  hat  wie  das  Weltall  nur
eine  reale  und  ideale  Seite,  an  deren  jeder  jede  Einheit,  die
reale,  die  ideale  und  das  worin  beide  gleich  sind,  wiederkehrt.
(§.  75,  S.  486).  Die  drei  Stellen  der  idealen  Reihe  sind  durch
die  lyrische,  epische  und  dramatische  Poesie  ausgefüllt;  die
correspondirenden  der  realen  liegt  es  nahe,  durch  die  bekannten
Zweige  der  bildenden  Kunst  (Architektur,  Malerei,  Bildhauerei)
auszufüllen.  Musik  fällt  daher  aus  oder  verdrängt  eine  der
übrigen  vom  Platze.  Da  alle  drei  Künste  der  idealen  Reihe
Künste  des  Wortes  sind,  so  kann  die  ,wortlose*  Kunst  keine
Stelle  darin  finden.  Die  Architektur  wird  ihr  aufgeopfert.
Jede  der  beiden  Urformen  (bildende  und  redende  Kunst)
nimmt  alle  drei  Einheiten  (die  reale,  ideale  und  die  realideale)
als  Potenz  auf,  und  macht  sie  zu  ihrem  Symbol  oder  Besonderem. ­
  Es  muss  daher  eine  reale  Kunst  geben,  welche  die
reale  Einheit,  d.  h.  das  ,Anorgische*  (die  Form,  das  Aeussere),
eine  zweite,  welche  die  ideale  Einheit,  das  ,rein  Organische*
(das  Wesen,  das  rein  Ideale  des  Gegenstandes),  eine  dritte,
welche  in  der  realen  Form  zugleich  das  Ideale  der  Dinge  (die
            
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