Schelling’s Philosophie der Kunst.
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Ideen und Ideale unterscheiden sich vom Standpunkte der
Identitätsphilosophie nur wie Ideales und Reales im Idealen;
Weltseele und beseelte Welten wie Reales und Ideales im
Realen. Dem besonderen Gott' im Idealen entspricht eine
beseelte Welt' im Realen, dem Kriegsgotte Mars der Planet,
der eben deshalb seinen Namen trägt. An die Stelle der
Ueber- und Unterordnung so wie der Abfolge der Ideen in
der Ideen-, tritt die Hierarchie der Obern und Untern so wie
die Zeugung der Götter in der Götterwelt. Diesem Verhältniss
im idealen All correspondirt der innere Zusammenhang der Vernunft
(die Struktur der Weltseele), die stufenweise Gliederung
und die Generation der Organismen (die Harmonie der beseelten
Welten) im realen All.
In alledem ist nichts, was der Kunst nicht mit der
Philosophie gemeinsam wäre, als die Objectivität. Darstellung
des Absoluten mit absoluter Indifferenz des Allgemeinen und
Besonderen im Allgemeinen = Philosophie, im Besonderen
= Kunst. Bei ihr findet eine zweifache, bei der
philosophischen Darstellung eine nur einmalige ,Besonderung'
statt. Die erste ihr mit der Philosophie gemeinsame besondert
das Absolute zur Idee, die zweite, ihr eigene, stellt den besonderten
Gott als besonderen Gott dar. Darstellung in der
Kunst ist daher ,nur symbolisch möglich' (§. 39, S. 406), da
wahre Indifferenz des Allgemeinen und Besonderen nur im
Symbole (weder im Schema noch in der Allegorie) besteht
(S. 411).
Die Gestalten der Mythologie sind Symbole. Das Allgemeine
bedeutet hier weder das Besondere (wie im Schema)
noch das Besondere das Allgemeine (wie in der Allegorie),
sondern jedes von beiden ist das andere. Die Bedeutung ist
übergegangen in den Gegenstand, mit ihm eins; sobald wir
diese Wesen etwas bedeuten lassen, sind sie nichts mehr.
Mit bedeutungslosem' Sinne zwar ,begnügen wir uns nicht';
aber ebensowenig mit der blossen ,Bedeutung'. Diese wäre Sinn
ohne Bild, jene Bild ohne Sinn. Das echte Symbol soll beides
zugleich, ,so concret wie das Bild, so allgemein wie der Begriff',
es soll .Sinnbild' sein.
Schelling rühmt der deutschen Sprache nach, dass sie
durch letztgenanntes Wort den fremden Ausdruck Symbol vor-