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Zimmermaniü.
projicirt werden zu können. Mit anderen Worten, die ästhetische
Thätigkeit (vorausgesetzt, dass sie selbst erklärlich sei)
erklärt die organische, nicht umgekehrt.
Das ästhetische Vorurtheil bleibt immer dasselbe. So lange
die Identität bewusst-unbewusster und ästhetischer Thätigkeit
nicht erwiesen, sondern blos angenommen ist, ist weder die
Thatsache der Kunst für die Existenz einer ,bewusst-unbewussten 1
Thätigkeit, noch die Existenz der letzteren für jene der Kunst
beweiskräftig. Weder folgt aus der ersteren (gegen die Erfahrung),
dass obige Thätigkeit sei; noch folgt aus der letzteren (gegen
den Sprachgebrauch), jene sei die Kunst.
Ein geheirnnissvoller Reiz muss diesen (logisch undenkbaren)
Begriff einer ,bewusst-unbewussten - ' Thätigkeit umschweben,
dass derselbe nicht nur unbedenklich als giltig anerkannt,
sondern sogar als Begriff des Organons der Philosophie zum
höchsten Range erhoben wird! Weder der Kitzel des Widerspruches
noch der Zauber des Helldunkels reicht zur Erklärung
hin; nur die anhaltende Verwechslung der ,Indifferenz' mit
,harmonischer Thätigkeit' macht die Erscheinung begreiflich.
Bewusstlose und bewusste Thätigkeit als Eine gedacht, ist ein
Unding; beide neben einander gedacht, können im Einklänge
mit einander stehen. Als wohlgefällige Harmonie des Verstandes
und der Einbildungskraft schilderte Kant die ästhetische
Gemüthsstimmung. Schelling schob statt des Einklanges die Einheit
der Thätigkeiten unter. Dadurch verlor diese Gemüthsstimmung
gerade diejenige Beschaffenheit, worauf ihr Vorzug
beruhte, statt wohlgefälliger Harmonie herrschte gleichgiltige
Indifferenz. Nichts destoweniger behielt die so entstellte Gemüthslage
nicht nur den Namen, sondern auch den Anspruch
der ästhetischen bei, für eine ,höhere' zu gelten; die ,Indifferenz'
usurpirte den Rang, welcher der ,Harmonie' zukam.
,Integration' der Materie und des Lichts im Realen, ,Indifferenz'
des Wissens und Handelns im Idealen, gewannen auf
diesem Wege den Reiz des Aesthetisehen, der (im Realen) dem
Organischen zu Gute kam. Der Nachhall der Lust, von der
das Harmonische begleitet war, verklärt die Identität, die an
ihre Stelle getreten ist.
Eine Kunst, die sich selbst als ,Reflex der Philosophie'
bezeichnet, muss nothwendig lehrhaften Charakter annehmen.