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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Zi  mmermann.

sich  deren  Philosophie  in  einförmiger  Wiederkehr  an  dem  leitenden ­
  Faden  der  Constructionsmethode  ab.  Die  Kunst  als
Abbild  des  Alls  im  Idealen,  bietet  wie  jenes  eine  reale  und
eine  ideale  Seite  dar,  in  deren  jeder  dessen  Potenzen,  die
reale,  ideale  und  realideale  oder  idealreale  d.  i.  die  Indifferenz
widerkehren  müssen.  Jenes  begründet  deren  Eintheilung  in
bildende  und  redende;  letzterer  Umstand  liegt  der  Eintheilung
der  bildenden  Kunst  in  Musik,  Malerei  und  Plastik,  der  redenden ­
  in  lyrische,  epische  und  dramatische  Dichtkunst  zu
Grunde.  Dass  die  Musik,  von  der  Schelling  (S.  487)  selbst
gesteht,  dass  sie  ,bis  jetzt'  allgemein  von  der  bildenden  Kunst
getrennt  worden  sei,  sonach  unter  derselben  mit  einbegriffen
wird,  ist  nicht  die  geringste  unter  den  auffälligen  Thesen  dieser
Kunstphilosophie.
In  dem  kurze  Zeit  vor  der  Abhaltung  dieser  Vorträge
erschienenen  ,Bruno'  (1802)  hatte  Schelling  den  Pantheismus
Giordano’s  mit  der  Identitätsphilosophie  Spinoza’s  und  der
Ideenlehre  Platon’s  zu  verschmelzen  versucht;  Folge  davon  ist,
dass  uns  die  letztere  in  den  Vorträgen  begegnet.  Philosophie
und  Kunst  sind  dadurch  verwandt,  dass  beide  nicht  die  wirklichen ­
  Dinge,  sondern  deren  ,Urbilder'  darstellen,  von  welchen
jene  ,nach  den  Beweisen  der  Philosophie'  (wobei  Schelling
seinen  ,Bruno'  im  Auge  gehabt  haben  mag)  nur  unvollkommene
Abdrücke  sind.  Der  Unterschied  der  Kunst  von  der  Philosophie ­
  aber  besteht  darin,  dass  diese  in  der  Kunst  ,selbst  —
als  Urbilder  —  demnach  in  ihrer  Vollkommenheit  objectiv
werden  und  in  der  reflectirten  Welt  selbst  die  Intellectualwelt
  darstellen 1  (S.  369).  Philosophie  und  Kunst  haben  es
folglich  beide  mit  den  Dingen  an  sich,  mit  der  noumenalen
Welt  zu  thun;  obgleich  jene  nur  subjectiv,  diese  dagegen  ,objectiv', ­
  jene  schauend,  diese  schaffend  im  Idealen,  wie  Vernunft
das  ruhende,  der  Organismus  das  zeugende  Ding  an  sich  ist
im  Realen.  Das  All  als  Totalität  ist  Einheit,  die  zugleich
Vielheit  und  Vielheit,  die  zugleich  Einheit  ist;  das  Ding  an
sich  daher  zugleich  ein  einziges  und  doch  vielfaches,  sowohl
nach  der  idealen,  wie  nach  der  realen  Seite  hin,  daher  es  von
jener  angesehen  als  ein  ideales,  von  dieser  angesehen  als
ein  reales  Reich  erscheint.  Jenes  von  seiner  realen  Seite
angesehen,  stellt  sich  als  Wissen,  von  seiner  idealen  betrachtet,
            
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