Schelling’s Philosophie der Kunst.
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und praktische Philosophie, Wissen und Handeln Zusammenflüssen.
Ohne die Existenz einer solchen wäre die Kluft zwischen
theoretischer und praktischer Vernunft nicht überbrückt, eine
gemeinsame Wurzel für Wissen und Handeln nicht gefunden.
Man kann mit Grund sagen, wenn obige Definition der ästhetischen
Thätigkeit keine Geltung hat, so büsst die mühsam hergestellte
Einheits- und Einerleiheitsphilosophie den Boden ein.
Schelling’s Vorstellung von der Natur der ästhetischen
Thätigkeit spielt in seinem Philosophiren eine ähnliche Rolle, wie
Kant’s Vorstellung von der Natur der mathematischen Urtheile
in der Kritik der reinen Vernunft. Dass er dieselbe ohne
Weiteres für eine ,bewusst-unbewusste' nahm, ist für sein Philosophiren
so verhängnissvoll geworden, wie für Kant, dass er
mathematische Urtheile, im Gegensätze zu Hume, für synthetische
hielt. Jener wurde dadurch zu dem Glauben verleitet,
die gemeinsame Wurzel des Subjectiven und Objectiven, des
Idealen und Realen, deren Möglichkeit Kant in einer hingeworfenen
Bemerkung angedeutet, deren Wirklichkeit zu behaupten
er sich jedoch sorgfältig gehütet hatte, in der Kunst entdeckt
zu haben. Dieser wurde dadurch zu der Annahme gebracht,
dass Raum und Zeit subjective reine Anschauungsformen seien,
und die transcendentale Aesthetik wurde die Wurzel der Kritik.
Immerhin hat Kant für die synthetische Natur der mathematischen
Urtheile (der arithmetischen sowohl wie der geometrischen)
einen Beweis versucht; für die Annahme, dass die ästhetische
Thätigkeit Eins mit einer ,bewusst-unbewussten' sei, findet sich
bei Schelling nicht der Schatten eines Beweises.
Ich habe in einer früher der hohen Classe vorgelegten
Abhandlung nach dem Beispiele von Fries, der die transcendentale
Deduction als Kant’s transcendentales Vorurtheil bezeichnete,
dessen Vorstellung von der synthetischen Natur der
mathematischen Urtheile Kant’s mathematisches Vorurtheil genannt.
Es möge mir gestattet sein, obige Meinung Schelling’s
von der Natur der künstlerischen Thätigkeit dessen ästhetisches
Vorurtheil zu heissen. Dasselbe verdient, da es als Urtheil
ohne jeden Beweis erscheint, noch in höherem Grade als das
vorige diesen Namen.
Jenen Begriff der Kunst zugestanden, der, wie gezeigt,
zu seinem Vorbilde Baumgarten’s ,dunkle Vernunft' hat, wickelt