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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Zimmermann.

All
Reale  Seite
Subjective  Seite
Vernunft
Reale  Seite  Indiff.  Ideale  Seite
Materie  Licht
Object.  Seite
Organismus

Ideale  Seite
Subjective  Seite
Philosophie
Reale  Seite  Indiff.  Ideale  Seite
Wissen  Handeln
Object.  Seite
Kunst

Aus  dem  Schema  erhellt,  dass  der  Begriff  der  ,Kunst',
welchen  Schelling  der  Construction  ihrer  Philosophie  zu  Grunde
legt,  der  nämliche  ist,  welcher  den  Schwerpunkt  im  System
des  ti’anscendentalen  Idealismus  ausmachte.  Die  ästhetische
Thätigkeit  stellt  den  Indifferenzpunkt  der  theoretischen  und
praktischen  dar;  dieselbe  ist  ,weder  ein  blosses  Handeln  noch
ein  blosses  Wissen,  sondern  sie  ist  ein  ganz  von  Wissenschaft
durchdrungenes  Handeln,  oder  umgekehrt  ein  ganz  zum  Handeln
gewordenes  Wissen,  d.  h.  sie  ist  Indifferenz  beider*  (§.  14,
S.  380).  Ein  Beweis  für  die  Richtigkeit  dieser  Erklärung,  die
mit  der  ,bewusst-unbewussten*  Thätigkeit  (im  System  des  transcendentalen
  Idealismus)  zusammenfällt,  würde  in  Schelling’s
Vorlesungen  so  vergeblich  gesucht  werden,  wie  ein  solcher  im
System  des  transcendentalen  Idealismus  vermisst  wird.  Vielmehr
wird  das  Zutreffende  derselben  stillschweigend  als  so  selbstverständlich ­
  vorausgesetzt,  dass  die  unleugbare  Existenz  einer
Kunst  als  vollgiltiger  Beweis  für  die  Existenz  einer  ,bewusstunbewussten*, ­
  ,wissend  handelnden  und  handelnd  wissenden
Thätigkeit*  gelten  soll.  Schelling  schliesst:  Wenn  es  eine  Kunst
gibt,  so  kann  sie  nur  als,bewusst-unbewusste  Thätigkeit*  existiren.
Nun  gibt  es  eine  Kunst.  Ei’go  gibt  es  auch  eine  ,bewusst-unbewusste
  Thätigkeit*,  —  ein  Schluss,  der  nur  richtig  ist,  wenn
die  Begriffe:  ,ästhetische  Thätigkeit*  und  ,bewusst-bewusstlose
Thätigkeit'  Wechselbegriffe  sind.  Ein  Beweis  letzterer  (willkürlichen) ­
  Annahme  ist  nirgends  geliefert.  *
Gleichwohl  trägt  dieselbe  nicht  bloss  Schelling’s  Philosophie
der  Kunst,  sondern  sein  ganzes  philosophisches  System.  Die
Kunst  ist  ihm  eben  das  ,Organon*  der  Philosophie,  weil  sie  der
thatsächliche  Beweis  einer  Thätigkeit  ist,  in  welcher  theoretische
            
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