Schelling’s Philosophie der Kunst.
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diesem um Erkenntniss zu thuu. Sehelling war ebenso gut wie
Schiller eine ästhetische Natur; die Dissonanz zwischen Naturund
moralischer Weltauffassung, der Dualismus Kant’s war
ihm wie jenem antipathiscli; aber er war zugleich wie Leibnitz
eine philosophische Natur: ein Harmonismus im Schein als
blosse Einbildung statt als Erkenntniss hätte diesem so wenig
genügt, wie sie Sehelling befriedigte. Wir finden die Spuren
beider in letzterem vereinigten Naturen zuerst in seinem System
des transcendentalen Idealismus.
Der Plan dieses für Schelling’s Entwicklungsgang Epoche
machenden Werkes, weil er darin zum erstenmale statt einer
,besonderen Sphäre' die ganze Philosophie behandelte, zerfällt
in drei Theile. Theoretische Philosophie, die er als Idealismus
und praktische Philosophie, die er als Realismus bezeichnet,
stehen im Gegensatz. Jene hat zu erklären, wie die Begrenztheit,
die ursprünglich nur für das freie Handeln existirt, Begrenztheit
für das Wissen werde. Diese hat zu erklären, wie
die Begrenztheit, die eine bloss subjective ist, objectiv werde.
Theoretisch verhält sich das Ich, indem es sich durch Anderes
bestimmt findet, praktisch, indem es Anderes durch sich selbst
setzt und Objectives erzeugt. Da nun über der theoretischen
Gewissheit die praktische, über der praktischen die theoretische
verloren gehe, so müsse der Widerspruch aufgelöst und die
Frage beantwortet werden: wie können die Vorstellungen zugleich
als nach den Gegenständen sich richtend und die Gegenstände
als nach den Vorstellungen sich richtend gedacht werden?
Dieses Problem, welches Sehelling das erste und höchste
der Transcendental-Philosophie nennt, kann nun weder in der
theoretischen noch praktischen Philosophie, sondern nur in
einer höhern aufgelöst werden, welche beides zugleich ist, in
der ,Philosophie der Naturzwecke und der Kunst'.
Es leuchtet ein, dass sich dieselbe zu' ihren beiden Vorgängerinnen
verhält wie Leibnitzens harmonische Philosophie
zu der Philosophie der mechanischen und jener der moralischen
Weltordnung. Die theoretische Philosophie, welche die reelle,
und die praktische, welche die ideelle Seite der Welt ausschliesslich
behandelt, sind einseitig, wie es die mechanische und die
moralische Weltbetrachtung ihrerseits gleichfalls sind. Die Philosophie
der Naturzwecke und der Kunst weist zwischen der