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Zimmermiinn.
erschiene. Von diesem Augenblicke an verlor die Beschäftigung
mit Philosophie das Interesse für ihn, und er zog sich auf
dasjenige Gebiet zurück, wo er die zwischen Natur- und moralischer
Weltordnung fehlende Harmonie wenigstens zwischen
Verstand und Einbildungskraft hergestellt zu sehen glaubte.
Harmonie war es, die er suchte und da er sie als strenger
Kantianer zwischen theoretischer und praktischer Vernunft nicht
fand, so Hess er die Metaphysik fallen und wandte sich der
Aesthetik zu. Dort, in der Kritik der ästhetischen Urtheilskraft
hatte Kant die Möglichkeit einer Harmonie zwischen Seelenkräften
(Verstand und Sinnlichkeit) gelehrt, welche nach seiner
Versicherung der Ursprung des Schönen sein sollte. Diese war
ganz verschieden und folglich ganz unabhängig von dem Verhält.niss
zwischen theoretischer und praktischer Vernunft (Naturund
sittlicher Weltordnung); sie fiel, wenn sie vorhanden war,
lediglich auf die Seite der Einbildungskraft und des Verstandes,
also in den Bereich blosser vor stellender Thätigkeit, aus welcher
weder ein Rückschluss auf Realität der durch harmonische
Thätigkeit beider obiger Seelenkräfte vorgestellten Welt, noch
ein solcher auf das Stattfinden gleicher Harmonie zwischen
anderen Seelenkräften, z. B. zwischen theoretischer und
praktischer Vernunft (Auffassung der Welt nach Natur- und
nach Freiheitsgesetzen) erlaubt war.
Mit nicht genug zu rühmender Stärke hielt Schiller diesen
Standpunkt fest und leitete daraus seine bekannte Theorie des
,Spieltriebes' ab. Diese glückliche Bezeichnung sollte zugleich
verhindern den Erzeugnissen des ,Spieles' Anspruch auf Realität,
wie der Harmonie zwischen Verstand und Einbildungskraft die
ernste Bedeutung einer solchen zwischen Natur und Freiheit
(mechanischer und moralischer Weltordnung) beizulegen. Das
aus dem harmonischen Spiele des Vorstellens entsprungene
Schöne ist Schein ; dasselbe macht keinen Anspruch auf andere
als die Realität blosser Vorstellung und noch viel weniger
kommt es ihm in den Sinn, sich als Ausgleich der theoretischen
und praktischen Vernunft (der Natur- und Freiheitsgesetzgebung)
geltend zu machen.
Wenn sich der Dichter mit Schein begnügt, so ist es begreiflich,
dass der Denker nach Sein begehrt. Jenem ist es
um Spiel, diesem um Ernst, jenem um blosse Vorstellung,