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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Zimra  ermann.

der  Kunst  kann  und  soll  nickt  die  Rede  sein,  da  dieselbe  nur
,Fabeln 1  und  ,Fictionen‘  zu  Tage  fördert.  Die  ,beste  Welt 1 ,
das  einzige  würdige  Object  der  Darstellung  durch  die  Kunst
aber  als  solche  ist  (wenigstens  in  den  Augen  des  optimistischen
Leibnitz-Wolffianers)  ,weder  Fabel  noch  Fiction 1 .
Eben  so  wenig  das  Absolute  oder  die  absolute  Identität
in  den  Augen  Schelling’s.  Das  Sein  und  Wissen  des  Absoluten
steht  für  den  Identitätsphilosophen  so  selbstverständlich  fest,  als
ob  nie  ein  Kant  gelebt  und  das  Ding  an  sich  für  unerkennbar
erklärt  hätte.  Wie  das  Absehen  des  Leibnitz-Wolff  sehen  Dogmatismus ­
  auf  die  Erklärung  der  Dinge  aus  dem  einmal  für  feststehend ­
  angenommenen  Vorhandensein  der  besten  Welt,  so  ist
jenes  des  Schelling’schen  auf  die  Construction  derselben  aus
dem  einmal  als  existirend  vorausgesetzten  Absoluten  gerichtet.
Natur,  Geschichte,  Kunst,  wie  sie  thatsäcklich  gegeben  sind,
können  im  Sinne  des  ersten  nur  ,Ausflüsse 1  der  besten  Welt,
im  Sinne  des  zweiten  nur  Potenzen 1  desselben  Absoluten  sein;
wie  dort  die  beste  W'elt  in  jenen,  so  offenbart  sich  das  Absolute ­
  hier  in  den  drei  genannten  Sphären  nur  in  verschiedenen
Manifestationen.
Es  ist  consequent,  wenn  die  Philosophie  in  ihrer  vollkommenen ­
  Erscheinung  (nach  Schelling)  nur  in  der  Totalität
aller  Potenzen  hervortreten  soll.  Denn  sie  soll  ein  getreues
Bild  des  Universums  sein;  dieses  aber  ist  gleich  dem  Absoluten,
dargestellt  in  der  Totalität  aller  ideellen  Bestimmungen.  Dieselbe ­
  schliesst  daher  Natur-,  Geschichts-  und  Kunstphilosophie
in  sich,  weil  das  Absolute  in  der  Natur,  Geschichte  und  Kunst
als  in  seinen  verschiedenen  Potenzen  steht.  Aber  nur  soferne
in  jeder  derselben  das  Absolute  dargestellt  wird,  ist  diese  Darstellung ­
  der  Natur,  Geschichte,  Kunst  wirklich  Philosophie  der
Natur,  der  Geschichte,  der  Kunst.
Ein  getreues  Bild  der  ,besten  Welt 1  war  auch  das  Ziel
der  Leibnitz’schen  Philosophie.  Dieselbe  geht  darauf  aus,  in
der  Monadologie  zu  zeigen,  dass  sich  das  Universum  eben  so
gut  nach  mechanischen  Principien  der  wirkenden,  wie  nach
moralischen  Prinzipien  der  Zweckursachen  auffassen  lasse,  da
zwischen  beiden  vollkommene  Uebereinstimmung  herrsche.  On
peut  dire,  heisst  es  §.  89,  que  Dieu  comme  architecte  contente
en  tout  Dieu  comme  legislateur  et  qu’ainsi  les  peches  doivent
            
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