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ZimmerTnann.
Derartige Anwendungen beziehen sich unmittelbar auf einen
Zweck, sind das, wonach eine Sache empirisch zu Stande gebracht
werden kann, ,'Theorien'; ,Philosophie dagegen ist durchaus
unbedingt, ohne Zweck ausser sich'. (S. 350). Statt eine
Theorie des Schönen d. i. eine Anweisung zu dessen Hervorbringung
zu geben, stellt Philosophie des Schönen das
Schöne als solches oder eigentlich, da der einzige Gegenstand
der Philosophie das Absolute ist, das Absolute in der Form des
Schönen dar.
Schelling’s Philosophie der Kunst ist daher in der That
etwas anderes als eine ,Theorie der schönen Künste und Wissenschaften',
obgleich keineswegs gewiss ist, dass sie auch etwas
anderes als ,Aesthetik' sei. Wenigstens ist mit der Bezeichnung
einer Wissenschaft vom Schönen noch keineswegs gesagt, dass
sie auch zu dessen wirklicher Hervorbringung praktische Anleitung
ertheilen müsse. Nur auf das letztere aber ,dass sie
Regeln der Ausführung und Kunstübung enthalten solle 1 bezieht
sich Schelling’s insoferne allerdings begründete Abneigung gegen
den Gebrauch ihres Namens. Indem er statt dessen der Bezeichnung
,Philosophie der Kunst' sich bedient, nennt er dieselbe
,die Darstellung der absoluten Welt in der Form der
Kunst', wo als ,Darstellung' die philosophische, dagegen als
Dargestelltes ,die absolute Welt in der Form der Kunst' gemeint
ist.
Daraus geht zweierlei hervor. Schelling betrachtet die
,Philosophie der Kunst' als einen Theil der Philosophie überhaupt
und bedient sich zur Darstellung derselben daher der
allgemeinen Methode seiner Philosophie. Fr betrachtet ferner
als Gegenstand derselben den Gegenstand der Philosophie überhaupt,
d. i. seiner Ueberzeugung nach ,die absolute Welt,' aber
nur ,in der Form der Kunst' d. h. unter einer ihrer verschiedenen
Bestimmungen. In beiden Punkten trifft er, seines abschätzigen
Urtheils über Baumgarten ungeachtet, mit diesem zusammen;
denn erstens betrachtet auch dieser die Aesthetik als Theil der
Philosophie und bedient sich zu deren Darstellung der allgemeinen
Methode seiner Schule; sondern er betrachtet auch
zweitens als Gegenstand der Kunst den allgemeinen Gegenstand
der Philosophie, die ,beste Welt', die ihm für die wirkliche
gilt, aber nur insoferne sie für die Sinnlichkeit gegen-