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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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ZimmerTnann.

Derartige  Anwendungen  beziehen  sich  unmittelbar  auf  einen
Zweck,  sind  das,  wonach  eine  Sache  empirisch  zu  Stande  gebracht ­
  werden  kann,  ,'Theorien';  ,Philosophie  dagegen  ist  durchaus ­
  unbedingt,  ohne  Zweck  ausser  sich'.  (S.  350).  Statt  eine
Theorie  des  Schönen  d.  i.  eine  Anweisung  zu  dessen  Hervorbringung ­
  zu  geben,  stellt  Philosophie  des  Schönen  das
Schöne  als  solches  oder  eigentlich,  da  der  einzige  Gegenstand
der  Philosophie  das  Absolute  ist,  das  Absolute  in  der  Form  des
Schönen  dar.
Schelling’s  Philosophie  der  Kunst  ist  daher  in  der  That
etwas  anderes  als  eine  ,Theorie  der  schönen  Künste  und  Wissenschaften', ­
  obgleich  keineswegs  gewiss  ist,  dass  sie  auch  etwas
anderes  als  ,Aesthetik'  sei.  Wenigstens  ist  mit  der  Bezeichnung
einer  Wissenschaft  vom  Schönen  noch  keineswegs  gesagt,  dass
sie  auch  zu  dessen  wirklicher  Hervorbringung  praktische  Anleitung ­
  ertheilen  müsse.  Nur  auf  das  letztere  aber  ,dass  sie
Regeln  der  Ausführung  und  Kunstübung  enthalten  solle 1  bezieht
sich  Schelling’s  insoferne  allerdings  begründete  Abneigung  gegen
den  Gebrauch  ihres  Namens.  Indem  er  statt  dessen  der  Bezeichnung ­
  ,Philosophie  der  Kunst'  sich  bedient,  nennt  er  dieselbe ­
  ,die  Darstellung  der  absoluten  Welt  in  der  Form  der
Kunst',  wo  als  ,Darstellung'  die  philosophische,  dagegen  als
Dargestelltes  ,die  absolute  Welt  in  der  Form  der  Kunst'  gemeint ­
  ist.
Daraus  geht  zweierlei  hervor.  Schelling  betrachtet  die
,Philosophie  der  Kunst'  als  einen  Theil  der  Philosophie  überhaupt ­
  und  bedient  sich  zur  Darstellung  derselben  daher  der
allgemeinen  Methode  seiner  Philosophie.  Fr  betrachtet  ferner
als  Gegenstand  derselben  den  Gegenstand  der  Philosophie  überhaupt, ­
  d.  i.  seiner  Ueberzeugung  nach  ,die  absolute  Welt,'  aber
nur  ,in  der  Form  der  Kunst'  d.  h.  unter  einer  ihrer  verschiedenen
Bestimmungen.  In  beiden  Punkten  trifft  er,  seines  abschätzigen
Urtheils  über  Baumgarten  ungeachtet,  mit  diesem  zusammen;
denn  erstens  betrachtet  auch  dieser  die  Aesthetik  als  Theil  der
Philosophie  und  bedient  sich  zu  deren  Darstellung  der  allgemeinen ­
  Methode  seiner  Schule;  sondern  er  betrachtet  auch
zweitens  als  Gegenstand  der  Kunst  den  allgemeinen  Gegenstand ­
  der  Philosophie,  die  ,beste  Welt',  die  ihm  für  die  wirkliche ­
  gilt,  aber  nur  insoferne  sie  für  die  Sinnlichkeit  gegen-
            
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