Schelling’s Philosophie der Kunst.
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dass in den allgemeinsten Grundsätzen des ersten Urhebers des
Namens Aesthetik ,wenigstens noch die Spur der Idee des
Schönen als des in der concreten und abgebildeten Welt erscheinenden
Urbildlichen' gelegen habe. In der Einleitung zu
den Vorträgen über Philosophie der Kunst ,begnügt' er sich
zur Beurtheilung der Baumgarten’schen Aesthetik zu erwähnen,
dass dieselbe ein Sprössling der Wolff’schen Philosophie gewesen
sei. Seitdem, fährt er fort, habe jene eine immer bestimmtere
Abhängigkeit vom Sittlichen und Nützlichen erhalten: so wie
in den psychologischen Theorien ihre Erscheinungen ungefähr
gleich den Gespenstergeschichten oder anderem Aberglauben
wegerklärt werden, bis der hierauf folgende Kantische Formalismus
zwar eine neue und höhere Ansicht, mit dieser aber eine
Menge kunstleerer Kunstlehren geboren habe.
Man wird wohl nicht irre gehen, wenn man der Meinung
wird, Schelling habe jene ,Spur‘ in der Nachahmung der besten
Welt, des harmonischen Weltalls, durch die Kunst zu finden
geglaubt. Die Kunst ist nach Baumgarten eine Form der Darstellung
der besten Welt, die Wissenschaft eine andere; jene
stellt dieselbe sinnlich, im Bilde, diese geistig, durch abstracte
Gedanken dar; es liesse sich auch eine dritte Form der Darstellung
denken, durch welche sie sittlich d. h. durch Handlungen
dargestellt würde. Zu jeder dieser Darstellungsformen eines
und desselben ,Urbildes' lassen sich nun besondere Anleitungen
geben; etwa wie das Denken dahin gebracht werde, das Universum
nicht nur auf die vollkommenste Weise zu denken,
sondern auch die so gewonnenen Gedanken aufs zweckmässigste
unter einander zu ordnen und zu verbinden; oder wie die
Sinnlichkeit als ,dunkle Vernunft' dahin geleitet werden könnte,
die dunkel erkannte Harmonie des Alls durch die anschaulichsten
Symbole zu versinnlichen, und diese selbst wieder auf die wirkungsvollste
Weise zur Geltung zu bringen; oder endlich, wie
das Wollen und Handeln zum Abbilde der im harmonischen
Weltall herrschenden Ordnung und Eintracht erhoben werden
könne. Dergleichen Anweisungen sollen nun in der That,
Baumgarten zufolge, für das Denken die Logik, für das sinnliche
Vorstellen die Aesthetik vorstellen; für das Wollen und
Handeln würde sich beiden die Ethik oder praktische Philosophie
anreihen. Schelling lässt derlei gar nicht für Philosophie gelten.