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Zi mm ermann.
konomene Sinnlichkeit, ebenso wie des letzteren vollkommene
Vernunft im Besitze der Wahrheit ist, jener dieselbe anschaulich
in Bildern, dieser abstract in Begriffen darstellt. Kunst und
Philosophie sind einander daher dem Inhalte nach ebenso verwandt,
wie der Form (der Darstellung) nach verschieden. Kunst
ist die Wahrheit im Bilde, Wissenschaft dieselbe im Begriff.
Damit hängt es zusammen, wenn Baumgarten die Kunst
auf die Nachahmung der Natur verweist. Gegenstand der Erkenntnis
ist nach ihm die Welt, die er im Einklang mit Leibnitz
für die beste unter den möglichen hält. Da die Kunst aus
der vollkommenen Sinnlichkeit entspringt, so kann das Object,
ihrer Darstellung nur die beste, d. i. die thatsächliche Welt sein.
Weicht die Darstellung der Kunst von der Wirklichkeit ab,
stellt sie eine ,heterokosmische Wahrheit' dar, so muss diese
nothwendig unvollkommener als die ,beste', welche wirklich
ist, sein. Einer derartigen Kunst ist daher Baumgarten abgeneigt.
Eine ,Welt der Dichter', die von der wirklichen Natur
abweicht, nennt er ,Unnatur'. Jede ,Fiction' in der Kunst, die
ja die , Wahrheit' darstellen soll, ist ihm als Abweichung von
der wirklichen als der ,besten' Welt verhasst. Nur insoferne
sie der Wahrheit dient, möchte er sie gestatten; insbesondere
wo es sich um die Einschärfung moralischer Lehren durch
sinnliche Beispiele handelt, die in der Geschichte nicht immer
gegeben sind.
Letztere Aeusserung macht den didactischen Charakter
der Kunst nach Baumgarten’s Principien klar. Die vollkommene
Kunst stellt Wahrheit dar, wie die vollkommene Wissenschaft.
Das Universum, die beste Welt, ist einziger Gegenstand der
Kunst, wie es einziges Object der Wissenschaft ist. Jene versinnlicht
es in Symbolen, diese denkt es in Begriffen; das Bestehen
ihres Unterschiedes ist nur die Folge des Bestandes der
Sinnlichkeit. Könnte die letztere jemals verschwinden, so
würde dadurch auch die Kunst aufhören; oder, wie Schiller es
ausdrückte, der Mensch hat die Kunst ,allein'. Die vollkommene
Welt mit den Augen der Sinnlichkeit angeschaut, scheint Schönheit,
wie sie durch Vernunft erkannt, Wahrheit, und handelnd
verwirklicht, das Gute ist.
In der letzten Vorlesung über die Methode des akademischen
Studiums, welche von der Kunst handelt, räumt Schelling ein,