Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

630

Zimmer  mann.

dem  Gatten  seiner  nachherigen  ersten  Frau,  der  geistreichen
Caroline,  der  sicli  damals  in  Berlin  befand,  um  seine  bekannten
ästhetischen  Vorlesungen  zu  halten,  seinen  Entschluss  mit,  ^kommenden ­
  Winter  auch  Aestlietik  zu  lesend  (Aus  Schelling’s  Leben,
Bd.  I,  S.  397.)  Der  Brief  enthält  ein  vollständiges  Programm,  zu
dessen  Ausführung  er  sich  Schlegel’s  Beistand  und  die  freundliche
Mittheilung  von  dessen  Manuscript  erbittet.  Eine  Theorie  der
Kunst  ist  seine  Absicht  nicht,  da  eine  solche  mehr  oder  weniger
der  Philosophie  untergeordnet  und  von  einer  Seite  nothwendig
—  vom  speculativen  Standpunkte  aus  angesehen  —  empirisch
sein  muss.  Wie  es  wirkliche  oder  empirische  Dinge  gibt,  gibt
es  auch  eine  wirkliche  oder  empirische  Kunst  —  auf  diese
bezieht  sich  die  Theorie;  aber  wie  es  intellectuelle  Dinge,  Dinge
an  sich  gibt,  gibt  es  auch  eine  Kunst  an  sich,  von  der  die
empirische  nur  die  Erscheinung  ist,  und  diese  ist  das,  wodurch
es  eine  Beziehung  der  Philosophie  auf  Kunst  gibt.  Schlegel
werde  leicht  sehen,  dass  diese  Philosophie  der  Kunst  mehr
eine  allgemeine,  eine  im  höchsten  Reflex  der  Kunst  schwebende
—  Philosophie  des  Universums  sei  als  eine  Theorie  der  Kunst,
sofern  sie  eine  besondere  ist,  ebenso  dass  in  derselben  von
empirischer  Kunst  auf  keine  Weise,  sondern  nur  von  der  Wurzel
der  Kunst,  wie  sie  im  Absoluten  ist,  die  Rede  sei,  die  Kunst
also  ganz  von  ihrer  ,mystischen'  Seite  genommen  werde.
Sehr  bestimmt,  obgleich  ,in  noch  rohen  Bruchstücken'
wird  darauf  der  Gegenstand,  in  den  folgenden  Zeilen  die
Methode  seiner  Kunstphilosophie  bezeichnet.  Nicht  sowohl  die
Kunst  als  das  Ein  und  Alles  in  der  Form  und  Gestalt  der
Kunst  soll  abgeleitet  werden.  Es  ist  ganz  eiufach  zu  denken,
dass  das  Universum,  wie  es  als  organisches  Ganzes,  ebenso
auch  als  Kunstwerk  und  Kunstganzes  im  Absoluten  liege.  Die
Musik,  die  Rede,  die  Malerei  —  alle  Künste  haben  wie  die
Kunst  überhaupt,  ihr  Ansieh  im  Absoluten.  Auch  hier  werde
das  Schema,  welches  ihn  in  der  allgemeinen  speculativen  Philosophie ­
  durch  die  schwersten  Verwicklungen  der  Reflexion  hindurchgeführt, ­
  am  meisten  geeignet  sein,  um  das  Alles  in  Allem
darzustellen.  Die  erste  und  absolute  Einheit  soll  ,auch  hier'  in
die  zwei  Brennpunkte  der  realen  Entgegensetzung  der  bildenden
und  redenden  Kunst  (wovon  jene  dem  Realen,  diese  dem  Idealen
entspricht)  getrennt  dargestellt,  in  jeder  Einheit  für  sich  wieder
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.