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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Conz  e.

5./17.  Juli  1874,  durch  welche  wir  zum  ersten  Male  von
einem  unzweifelhaft  sehr  eigenthümlichen  altböotischen  Grabrelief ­
  aus  Tanagra  Nachricht  erhielten.  Rhusopulos  fand  es
im  October  1873  im  Hause  eines  gewissen  KO-cyj;  AsßaSttTjs
in  Tanagra.  Als  Fundort  wurde  ihm  Ko/.xai  neben  der  Burg
von  Tanagra  angegeben.  Die  Gesammthöhe  beträgt  1*965  Mot.,
die  Breite  an  der  Basis  0*52.  In  der  Mitte  ist  der  Stein  durchgebrochen. ­
  Das  Material  ist  Poros,  die  Darstellung  zeigt  in
sehr  hohem  Relief  zwei  lebensgrosse  nackte  männliche  Figuren,
die  neben  einander  stehend  sich  mit  je  einem  Arme  um  die
Schultern  fassen,  während  jede  den  andern  Arm  stramm  mit
geballter  Hand  an  der  Hüfte  herabhängen  lässt.  Die  Köpfe
sind  leider  sehr  zerstört.  Das  Haar  fällt  in  alterthümlich  geordneten ­
  Locken  beiderseits  auf  die  Brust  herab.  Die  Körper
sind  auffallend  mager  und  schmal.  Auf  der  Basis,  die,  ebenso
wie  ein  oben  vorspringender  Rand,  aus  einem  und  demselben
Steine  mit  dem  Relief  ist,  steht,  wie  ich  nach  Rhusopulos
Facsimile  lese,  folgender  wegen  des  widerstrebenden  Namens
nicht  ganz  wohl  gerathene  Hexameter:
’AjxcpaXy.^t;  [sffjraa 1  litt  KitöXw  ■qo’  sH  Aepp.u[i].
Zu  beiden  Seiten  der  Figuren  sind  die  Namen  noch  einmal ­
  angebracht,  links  Aspp.u;,  rechts  KrwXo?.  Rhusopulos  hebt
gewiss  mit  Recht  bei  der  Mittheilung  der  hier  befolgten  Beschreibung ­
  hervor,  wie  bedeutsam  dieses  Monument  in  die
Reihe  der  bisher  bekannten  altgriechischen  Sculpturen  eintritt.
Dem  ersten  Hinweise  ist  inzwischen  nicht  bloss  eine  Besprechung ­
  von  Stamatakis  und  Kumanudis-  im  ’Aöipiatov  1873
S.  405,  sondern  auch  durch  Vermittlung  und  Bemühung  der
Herren  Klein  und  Robert  vielleicht  bereits  die  Formung  des
Reliefs  gefolgt,  so  dass  eine  genaue  Kenntniss  desselben  bald
allgemein  würde  gewonnen  werden  können.  Herrn  Kleins  Anregung ­
  wird  es  ebenfalls  verdankt,  dass  auch  das  alte,  jetzt  nach
Dieben  gebrachte  Grabrelief  von  Thespiae,  dessen  Inschrift
Kaibel  im  Hermes  VIII,  S.  417  f.  n.  9  herausgegeben  hat
([p,]vajj.’  km  [A]a0wvt  -/.apicToy.pcast),  von  Martinelli  geformt  worden  ist.
Auch  ausserhalb  Athens  ist  unsere  Bitte  um  Unterstützung
nicht  ganz  erfolglos  geblieben.  Wir  verdanken  Herrn  Professor
Bergau  in  Nürnberg  die  Photographie  eines  in  seinem  Besitze
            
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