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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Kenner.

die  ältere  Gruppe  derselben  eben  jenes  Courant  abspiegle,  wie
es  in  der  Zeit  Alexander  Severus’  beschaffen  gewesen  sei.  Die
eine  Zeitgrenze  (217)  habe  ich  also,  wie  man  sieht,  nicht  aus
den  Fundmünzen,  sondern  aus  den  Angaben  des  Itinerars  und
aus  der  Annahme  einer  durchgehenden  Verlegung  der  Stationen
geschöpft,  aus  einem  Anhalte  also,  der  gerade  mit  den  Fundmünzen ­
  gar  nichts  zu  tliun  hatte.
Ferner  ist  falsch,  dass  ich  die  Fundmünzen  von  Windischgarsten
  wie  einen  vergrabenen  Schatz  behandelt  habe,  indem
ich  (a.  a.  0.  S.  460  f.)  im  geraden  Gegentheile  ausführlich
darlegte,  dass  wir  es  hier  mit  einzeln  und  zu  verschiedenen
Zeiten  verstreuten  Münzen  zu  thun  haben.  Diese  Auffassung
zieht  sich  durch  meine  ganze  Behandlung  derselben  hin.  Andererseits ­
  wird  man  nicht  leugnen  können,  dass  Fuudmiinzen
wissenschaftlich  behandelt  werden  dürfen  nur  nach  den  Gesetzen ­
  der  Entwickelung  des  Münzwesens.  Denn  es  liegt  auf
der  Hand,  dass  ihr  Zusammenerscheinen  an  einem  und  domseihen ­
  Orte  im  letzten  Grunde  doch  durch  jene  Gesetze  bedingt ­
  wird,  gleichviel,  ob  sie  einst  einen  Schatz  bildeten  oder
nicht;  nur  etwa  dass  in  einem  Schatze  die  wahrnehmbaren
Erscheinungen  klarer  und  schärfer  hervortreten  als  in  einer
Reihe  von  einzelnen  Münzen,  die  zwar  nicht  an  derselben,  aber
doch  an  örtlich  sich  nahe  liegenden  Stellen  gefunden  wurden.
Was  namentlich  die  ältere  Münzgruppe  betrifft,  um  die
es  sich  hier  vorzüglich  handelt,  so  ist  ihre  Bildung  angezeigt
schon  durch  den  einen  Umstand,  dass  die  Münzen  vor  Septimus
  Severus  abgenützt,  grösstentheils  gänzlich  verschliffen
waren,  jedenfalls  also  lange  Zeit  circulirten,  bevor  sie  unter
die  Erde  gelangten.  Ich  muss  mich  daher  gegen  den  Vorwurf
verwahren,  künstliche  Gruppen  geschaffen  zu  haben,  es  ist
keine  Verkiinsteluug  einer  Sache,  wenn  man  sie  nach  den
Normen  ihrer  inneren  Entwickelung  behandelt.
Ganz  ähnlich  verhält  es  sich  mit  dem  Einwurfe,  welchen
Kolm  den  Castellanlagen  entgegenstellt.  Ausgehend  von  dem
Gedanken,  dass  man  römisekerseits  nach  den  im  Markomannenkriege ­
  gemachten  Erfahrungen  bestrebt  gewesen  sein  müsse,
den  Uebergang  über  den  Pirn  durch  militärische  Werke  zu
sichern,  habe  ich  als  die  passendsten  Punkte  hiefür  Klaus,
Diernback  und  Windischgarsten  bezeichnet;  an  beiden  ersteren
            
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