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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Kenner.

erwiesene  Thatsache  gelten,  dass  die  Noriker  bei  dem  lange
dauernden  Frieden  und  der  Stetigkeit  der  Gebirgsvölker  nur
allmälig  die  römische  Cultur  aufnahmen.  Ein  Wendepunkt  trat
erst  in  Folge  der  Markomannenkriege  hervor;  erst  als  sich  das
Land  unter  Commodus  und  Septimius  Severus  von  den  Verwüstungen ­
  und  Leiden  derselben  erholt  hatte,  drang  die  Romanisirung
  durch  und  schuf  neue  Verkehrs-  und  Lebensverhältnisse
  in  den  verschiedenen  Schichten  des  Volkes.  Es  ist  keine
überraschende  Erscheinung,  wenn  in  Folge  davon  einzelne
früher  weniger  bedeutende  Orte  nun  als  Knotenpunkte  des
Verkehres  rascher  aufblühten,  die  Frequenz  der  Reisenden  zunahm ­
  und  beide  Umstände  dahin  führten,  die  auf  ältere  Verhältnisse ­
  und  ausschliesslich  auf  den  Dienst  des  Staates  berechnete ­
  Vertheilung  der  Stationen  zu  verlassen  und  eine  neue,  den
veränderten  Zeitverhältnissen  mehr  entsprechende  vorzunehmen.
Dass  —  wohl  aus  gleichem  Grunde  —  Umlegungen  von  Stationen ­
  an  andere  Orte  oder  eine  geänderte  Eintheilung  derselben
auch  anderwärts  vorkam,  lässt  sich  aus  der  Vergleichung  der
beiden  Itinerarien  erweisen.  Drei  Stationen,  die  im  Antoninianum
  zwischen  Nemausus  und  Cessero  (p.  396)  genannt
werden:  Ambrussum,  Sextantis  und  Forum  Domiti(i),  nach  der
gewöhnlichen  Anschauung  also  für  Mansionen  betrachtet  werden,
erscheinen  im  Hierosolymitanum  (p.  552)  als  Mutationen.  Anstatt ­
  der  (Mansio)  Lissas  des  einen  (p.  131  f.),  erscheint  im
andern  (p.  568)  die  Mutatio  Alusore,  statt  der  Mansio  Opizo
(p.  136)  in  jenem,  eine  Mansio  Cillio  (p.  568)  in  diesem.  Die
Mansio  Totaia  des  einen  (p.  141)  findet  sich  im  andern  (p.  573)
als  Mutatio  Tutaio  wieder.  Dort  erscheint  (p.  143)  die  Mansio
Rosolociaco,  hier  (p.  575)  die  Mutatio  Rosolodiaco;  statt  des
Cenon  Gallicanon  (p.  141)  in  dem  einen,  finden  wir  im  andern
eine  Mansio  Ceratae  (p.  574),  ebenso  dort  die  Mansio  Ramae
(p.  357),  hier  die  Mutatio  gleichen  Namens  (p.  555).  Ja,  von
Heraclia  in  Thracien  aus  weisen  beide  Verzeichnisse  (p.  138
u.  570)  auf  mehr  als  60  mp.  andere  Stationen,  das  Antoninianum:
  Cenofrurio  XVIII,  Melantiada  XXVIII,  Byzantio
XVIII,  das  andere  Mansio  Salamembria  XXII,  Mansio  Atyra
XX,  Mansio  Regio  XII,  Civitas  Constantinopoli  XII.  —  Wenn
in  unserem  Falle  die  Aenderung  in  der  Eintheilung  sich  noch
weiter  erstreckte,  so  mag  davon  die  Ursache  sein,  dass  die
            
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