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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Ernolatia.

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und  eine  neue  Fahrt  begonnen  wurde.  Insoferne  und  weil
jeder  Reisende  in  jeder  Civitas  die  Reise  unterbrechen  konnte,
und  einer  öffentlichen  Unterkunft  sicher  war,  konnten  die  Civitates
  zu  den  Mansionen  gerechnet  werden,  was  im  Hierosolymitanum
  auch  geschieht.  Falsch  aber  ist  es,  das  Wort  Mansio
in  diesen  Fällen  im  engeren  Sinne  als  Bezeichnung  einer  ärarischen ­
  Nachtherbergestelle  der  Post  zu  nehmen,  deren  nur  am
Schluss  einer  Tagreise  einiielen  und  nur  in  kleineren  Orten,
in  Civitates  höchstens  ausnahmsweise  angelegt  waren.  Wäre
dies  wirklich  der  Fall  gewesen,  so  müsste,  um  ein  Beispiel  zu
nennen,  die  römische  Post  von  Fulginis  nach  Foro  Flamini
zwei  Tage  gebraucht  haben;  sie  würde  in  der  ersten  Tagreise
5  mp.,  d.  i.  eine  deutsche  Meile,  in  der  zweiten  gar  nur  3  mp.
=  72  Minuten  Weges  zurückgelegt  haben,  und  dabei  am  ersten
Tage  eine  Stunde,  am  andern  eine  halbe  Stunde  gefahren  sein.
Es  waren  daher  selbstverständlich  Virunum,  Ovilava
und  Lauriacum,  da  sie  Civitates  waren,  Haltestellen  der  Post
und  mit  Rücksicht  auf  die  Distanzen  sicher  auch  Wechselstellen. ­
  Keineswegs  aber  folgt  aus  ihrem  Range  als  Civitates,
dass  sich  dort  auch  ärarische  Nachtherbergestellen  befunden
haben  mussten,  also  der  Schluss  einer  Tagreise  ebendort  eingetroffen ­
  sein  müsse.
Was  endlich  die  Aenderung  in  der  Eintheilung  der  Stationen ­
  betrifft,  so  sind  deren  auch  anderwärts  nachweisbar.  Wenn
Kolm  bemerkt,  es  sei  unstatthaft,  vorauszusetzen,  dass  die
Römer  durch  so  lange  Zeit,  seit  der  unsere  Strasse  überhaupt
bestand,  bis  in  die  Epoche  des  K.  Alexander  Severus  an  der
unbequemen  älteren  Eintheilung  festgehalten  und  sie  erst  unter
diesem  Kaiser  durch  eine  bessere  ersetzt  hätten,  während  ihre
Tüchtigkeit  im  Strassenbau  und  Verkehrswesen  vielmehr  annehmen ­
  lasse,  dass  sie  gleich  vom  Anfänge  an  das  Richtige
getroffen  hätten;  wenn  Kohn  mir  diese  Bemerkung  entgegenstellt, ­
  so  hat  er  zwei  wesentlich  verschiedene  Momente  zusammengeworfen. ­
  Der  Strassenbau  hatte  zu  allen  Zeiten  die  gleiche
Aufgabe,  die  möglichst  kurze  und  entsprechende  Linie  zu  finden;
die  Strasse  blieb  auch  in  unserem  Falle  durch  alle  Zeiten  dieselbe, ­
  an  ihr  hat  die  Umlegung  der  Stationen  nichts  geändert.
Letztere  hängt  aber  von  Verkehrs  Verhältnissen  ab,  deren  Gestaltung ­
  sich  nicht  voraus  berechnen  lässt.  Es  dürfte  als  eine
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