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Kenner.
hätte. Vielmehr hat, ähnlich wie es oben bezüglich der Einöd
nachgewiesen wurde, der in gleichen Bahnen wie im Alterthum
sich bewegende Verkehr des Mittelalters statt Furt Judenburg,
statt Ramsau Kirchdorf emporgehoben.
Ich wiederhole nun hier, dass ich diese Eintheilung der
Mansionen zwar für die entsprechende halte, aus den eben genannten
Gründen, ferner dass sie keineswegs auf einer blossen
Hypothese beruhe, sondern eine Consequenz der Bestimmung
von Ernolatia auf Windischgarsten und des Bestehens einer
Mansio daselbst sei, an der ich aus triftigen Gründen festhalte.
Aber ich lasse demungeachtet die Möglichkeit offen, dass eine
andere Combination gefunden werde, die gleichfalls von dem
Bestehen der Mansio Ernolatia in Windischgarsten ausgeht
und etwa besser begründet wird, als mir bezüglich meiner
Darstellung bei dem mangelhaften Materiale über die Gestaltung
des römischen Postwesens in verschiedenen Zeiten möglich
war.
Gegen diese meine Eintheilung der Mansionen spricht
sich nun Kühn abermals entschieden aus und führt zwei Gründe
gegen sie an. Erstlich sei Lauriacum im Itinerarium Antonini
ganz bestimmt als Endpunkt der Reise angegeben, und es sei
durchaus unwahrscheinlich, dass man an den Beginn und an
das Ende blosse Wechselstellen verlegt habe. Zweitens seien
die Mansionen in die Städte — Civitates — verlegt worden,
wo es nur immer möglich gewesen sei. Den Beweis liefere
das Itinerarium Hierosolymitanum, in demselben werden alle
Civitates als Mansiones gerechnet; für so durchgehend identisch
hätten beide Begriffe gegolten, dass bei einer Oivitas die
Anführung dieses Wortes genügte, um sie als Mansio zu bezeichnen,
daher letzterer Beisatz sich bei Orten, welche Civitates
waren, gar nicht finde. Nun seien Virunum, Ovilava und
Lauriacum in der Tabula als Civitates durch zwei Thürme
kenntlich gemacht, kein Zweifel also, dass dort Mansionen und
nicht blos Mutationen gewesen seien.
Der eine Grund, dass an die Endpunkte einer Reise
Nachtherbergestellen eingefallen seien, lässt sich so wenig nachweisen,
als die Voraussetzung selbst, dass Lauriacum als Endpunkt
einer Reise zu nehmen sei. Aehnlich so wie in den
Fahrordnungen unserer Eisenbahnen jene Station, die an einem