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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

586

Kenner.

Man  ersieht  daraus,  dass  nicht  blos  die  drei  letzten  Concordanzen
  bewahrt  bleiben,  sondern  auch  die  wichtige  viertletzte ­
  zwischen  dem  54.  (55.)  und  den  73.  Meilensteine  von
Virunum,  welche,  wie  schon  öfter  bemerkt,  durch  die  Correcturen
von  Morn  ms  en  und  Kolm  zerstört  wird.  Auch  entspricht  die
Länge  der  Tagreisen  durchaus  der  Bodenbeschaffenheit,  was
bei  der  Gestalt,  welche  die  Wegführung  der  eben  genannten
Gelehrten  erhält,  bezüglich  der  letzten  Distanz  nicht  der  Fall
ist  (vgl.  S.  574).  Das  sind  zwei  bedeutsame  Momente,  welche
für  unsere  Ansicht  sprechen.
Wir  haben  hier  nur  noch  eine  Consequenz  der  letzteren
zu  behandeln,  die  eben  weil  sie  sich  naturgemäss  aus  ihr  ergibt,
von  Kuhn  mit  scheinbarem  Erfolg  gegen  unsere  Ansicht  verwerthet
  wird.
Dies  ist  die  Eintheilung  der  Nachtherbergen  und  Wechselstellen ­
  auf  die  Stationen  nach  der  von  uns  gegebenen  Bestimmung. ­
  Zunächst  seien  jene  des  Itinerars  mit  den  Bestimmungen
von  Mommsen  (a)  Kohn  (b)  und  mir  (c)  hier  übersichtlich
zusammengestellt.
Candalicae  Monate  Sabatinca  Gabromagus  Tutatio
a)  Einöddorf  b.  Mauterndorf  Trieben  Windischgarsten  Kirchdorf
b)  Einöddorf  Enzersdorf  Trieben  Windischgarsten  Ramsau
c)  b.  Judendorf  Enzersdorf  b.  Hohentauern  Pirn  Klaus.
Während  nach  den  Bestimmungen  a)  und  b)  die  Mansionen
Sabatinca  und  Gabromagus  in  die  Thäler  des  Paltenbaches  und
der  Teichel  entfallen,  kommen  sie  nach  meiner  Bestimmung  (c)
auf  die  Scheitelpunkte  der  Uebergänge  über  den  Tauern  und
Pirn  zu  stehen.  Dagegen  spricht  sich  Kohn  auf  das  entschiedenste ­
  aus.  Die  Mansionen  seien  nur  in  Orte  verlegt  worden,
in  welche  die  Zufuhr  von  Lebensmitteln  leicht  möglich  war;
sie  seien  zugleich  und  ursprünglich  Stationen  der  marschierenden ­
  Truppen  gewesen,  welche  daselbst  Käst  hielten,  hier  also
auch  Quartier  und  Proviant  finden  mussten.  Darum  können
als  Mansionen  nur  grössere  Orte  im  Thale,  am  liebsten  am
Ausgangspunkte  zweier  oder  mehrerer  Thäler  angenommen
werden;  dagegen  sei  es  unstatthaft  sie  auf  so  beträchtliche  und
verlassene  Höhen  zu  verlegen.
Dieser  Behauptung  widersprechen  auf  das  bündigste  andere ­
  hohe  Gebirgsübergänge,  welche  mit  Mansionen  ausge-
            
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