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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Kenner.

Post  mit  zweifacher,  die  Eilpost  fast  mit  dreifacher,  der  Omnibus
mit  etwas  mehr  als  1  '/.jfacher  Geschwindigkeit  zurück.
Was  im  Besonderen  die  Strecke  unserer  letzten  Tagreise
(Tutatio—Ovilava)  betrifft,  die  22  mp.  beträgt,  so  würde  sie  von
der  gewöhnlichen  einfachen  Post  in  4  Stunden  20  Minuten,
von  der  Eilpost  in  3  Stunden  zurückgelegt  werden,  wobei  wir
Tutatio  nach  Kohn’s  Ansatz:  Ernolatia  =  Diernbach,  nach
Mitter-Micheldorf  verlegen.  Dabei  sind  aber  inbegriffen  die
Krümmungen  der  heutigen  Poststrasse,  durch  deren  Beseitigung
Kohn  3  mp.  Weges  gewinnt,  die  also  von  den  oben  genannten
Zahlen  abgezogen  werden  müssen;  die  einfache  Post  würde
diese  in  36  Minuten,  die  Eilpost  in  24  zurücklegen.  Dann
würde  die  heutige  einfache  Post  unsere  letzte  Tagreise  in
3  Stünden  44  Minuten,  die  Eilpost  in  2  Stunden  36  Minuten
zurücklegen.  Es  ist  nun  sehr  unwahrscheinlich,  dass  die  römische
Post  auf  eine  in  solcher  Zeit  zu  bewältigende  Strecke  einen
ganzen  Reisetag  verwendet  haben  soll.  Im  Durchschnitte  war
ihre  Geschwindigkeit,  wie  bei  der  heutigen  Post  eine  zweifache, ­
  wo  also  das  Terrain  günstig  war,  werden  wir  eine  noch
grössere,  wo  es  ungünstig  war,  eine  kleinere  annehmen  dürfen.
Auf  unserer  Tagereise  ist  gerade  Ersteres  der  Fall,  da  zwei
Drittel  des  Weges  beinahe  eben  sind.
Vergleichen  wir  ferner  die  Distanzreihen,  wie  sie  sich
nach  den  Correcturen  von  Mommsen  und  Kohn  ergeben.
Ersterer  erhält  für  das  Itinerar  (a)  und  die  Tabula  (b):
a)  XXVII  ,  XXX  ,  XXIJII  ,
b)  XIIII  +  XV1III  ,  XIII  +  XI1II  ,  IX  +  XII  (oder  X  -f  XI),
a)  XXX  ,  XX  ,  XX  (II)
b)  XV  +  XV  ,  VIII  +  XII  ,  XI  +  XI
Letzterer  erhält  dafür:
a)  XXVII  ,  XXX  ,  XXVIII
b)  XIIII  +  XIII  ,  XIII  +  XIIII  ,  (XII)  +  IX  +  X  ,
a)  XXX  ,  XX  ,  XX(II)
b)  XV  -j-  XV  ,  VIII  +  XII  ,  XI  +  XI
Jeder  der  diese  Reihen  überblickt  ohne  das  Terrain  zu
kennen,  wird  zur  Vermuthung  kommen,  dass  die  beiden  letzten
Distanzen  des  Itinerars  und  ihre  Th  eilstrecken  in  der  Tabula
auf  einen  sehr  schwierigen  Boden  entfallen  seien,  welcher  die
            
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