Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

27..  ■".aMBaBBMHI

ICTPSSaÜQÖSi  'Mmsaräm-^askamus

Ernolatia.  573
gegen  bemerke  ich  ausser  dem,  was  ich  schon  früher  dagegen
vorgebracht,  dass  die  Orte,  welche  die  Strassenverzeichnisse
auf  unserer  Route  nennen,  alle  mit  einer  Ausnahme  (ad  pontem)
  keltische  Namen  tragen,  dann  dass  keltische  Ortsnamen,
welche  die  Sylbe  tut  enthalten,  nicht  so  selten  sind;  Dieffenbach
Celtica  II  1,  p.  340  führt  deren  mehrere  auf:  Tutela,  ein  keltiberischer
  Ort,  Tutia  (Hisp.  Tarraconensis),  Tuticum  (Samnitisch),
  ToSriXa  ß(3p,o?  (Corsiea),  Tutina  (Stamm  in  Calahrien).
Man  vergleiche  damit,  was  Baumeister  in  den  öfter  genannten
keltischen  Briefen  beibringt  (S.  70).  Nach  seiner  Ansicht  gehören ­
  Tutus,  Tuta,  Toutius,  Toutio-rix  (Apollo),  Teutätes,  Teutalus
  (Teuta)  zu  einer  Form,  welche  sich  im  Irischen  wiederholt: ­
  tuath  Volk;  plur.  Tuati  (laiei);  Cymr.  tut  Volk,  ir.  alltudion
  (peregrinorum  wie  ahd.  ali-landi,  vgl.  allobroges),  corn.
tüs,  arm.  tut.  Aehnlich  wie  das  Dorf  ursprünglich  ■  die  versammelte ­
  Menge,  später  deren  Wohnort  bezeichnet,  so  erscheint
umbrisch  und  oskisch  tauta,  tota,  touta  Stadt,  tuticus  städtisch;
altpreuss.  touta  Land,  Gott;  dagegen  thiuda  Volk,  thiudans
König,  thiudislc  volklich,  ahd.  diota,  diot,  mhd.  diet  Volk,
diutisch,  diutsch  volklich.  —  Es  mag  nun  unser  Name  ursprünglich ­
  beruhen  auf  Touta  in  dem  Sinne  eines  Wohnortes  einer
Volksmenge,  oder  auf  Toutat,  —  wie  ich  vermuthe,  als  Cultstätte
  des  Handelsgottes  Toutates,  jedenfalls  wird  sein  Ursprung
weit  eher  als  keltisch,  denn  als  lateinisch  zu  betrachten  sein.
Möglich  ist.  es  allerdings,  dass  die  Römer  den  Namen,  als  sie
ihn  vorfanden,  in  die  ihnen  geläufigere  Form  Tutatio  umbildeten ­
  und  um  so  eher  mit  dem  Begriffe,  den  das  lateinische
Wort  tutatio  hat,  verbanden,  als  an  diesem  Orte  —  bei  Klaus  —
die  Bedingungen  der  Situation  derart  waren,  dass  man  dort
ein  kleineres  den  Pirnübergang  beschützendes  Bollwerk  annehmen ­
  kann,  —
Um  meine  Führung  zwischen  Wels  und  Windischgarsten
zu  begründen,  sei  zunächst  die  Bildung  des  Terrains  betrachtet.
Da  der  letztgenannte  Ort  von  Virunum  111  mp.  abliegt
und  die  wirkliche  Weglänge  zwischen  dieser  S.tadt  und  Ovilava
153  mp.  beträgt,  misst  die  kStrecke,  die  wir  noch  zu  untersuchen ­
  haben,  42  mp.  Die  Bodenbeschaffenheit  auf  derselben
lässt  bis  in  die  Nähe  von  Micheldorf  nur  eine  Richtung  der
Strasse  zu,  da  bis  dahin  das  Thal  sehr  enge  ist.  Vom  letzteren
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.