Ernolutia.
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,ßergleite'. Ferner sei Ernus ein Gattungsname für einen Fluss,
der im Gallischen häufig vorkomme. Ernolatia bezeichnet demnach
eine sumpfige Gegend, durch die ein Fluss läuft. Das
passt nun trefflich auf Windischgarsten und nur allein auf
diesen Ort unter allen andern, die auf unserer Iioute begegnen.
Dann konnte aber Gabromagus nicht ebenda liegen. Kohn
findet daher nicht blos diese Etymologie offenbar unzuverlässig,
ohne irgend einen Grund dagegen aufzuführen, sondern er wagt
sich sogar zu Behauptungen vor, die er lieber nicht hätte aussprechen
sollen: es seien allerdings einige Teiche in der Nähe
von Windischgarsten, aber es sei dort ,durchaus' keine Sumpfgegend.
Auch sei weder der Tambach noch die Teichel ein
Fluss, Ernus als Flussname könne also auch keine Anwendung
auf sie finden. Nun ist allerdings heute kein eigentlicher Sumpf
in der vollen Bedeutung dieses Wortes dort mehr vorhanden,
wohl aber sprechen alle Anzeichen dafür, dass früher ein
solcher dort war. So finden sich auf verhältnissmässig kleinem
Umfange von etwa einer Meile dreizehn Teiche zu 6 und 7,.
aber auch zu 14 und 16 Joch Ausdehnung; die beiden letzteren
grösseren, der Haus- oder Hofbauernteich und der Egelbühelteich
liegen zwischen Spital am Pirn und Windischgarsten. 1
In der Gemeinde Edelbach, etwa eine halbe Stunde südöstlich
von letzterem Markte, — die Poststrasse führt durch sie —
Hiesst der Edelbach durch moosige Gründe, wie die hier öfter
vorkommenden Namen: Scheffermoos, Moosgiel, Pieglmoos beweisen.
Ebenso trifft man mit ,Egel' zusammengesetzte Namen
in der nächsten Nähe von Windischgarsten, wie Egelhof und
Egelbühel. Egel bezeichnet nach Mone (S. 70) ein sumpfiges
Thal, weshalb sich die Namen Egelbach und Egelsbach an
verschiedenen Orten einstellen. Als Beleg für die Richtigkeit
dieser Deutung weise ich auf den Namen ,Egelmoos' (in Ischl,
Obei’österreich) hin, dessen zweite Hälfte auch hier eine germanische
Uebersetzung der ersten ist. (Vgl. Egelmoos zwischen
Füssen und Lechbruck am linken Ufer des Lech in einer gleichfalls
wasserreichen Niederung). Endlich findet sich bei Windischgarsten
auch ein Torfmoor von 20 Joch Flächenraum, über
welches Dr. A. Pokorny, Berichterstatter der Commission zur
1 Pilhvein, Traunkreis S. 118, 119.