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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Ernolatia.  567
ep,  ebawl,  im  Corn.  ebol,  ebel  (Pferdfüllen),  erwähnt  aber  des
,gavr'  keineswegs.  Man  wird  also  vorläufig  die  Deutung  dieses
Wortes  auf  ,Ross‘  dahingestellt  sein  lassen  müssen,  wenigstens
der  durch  so  viele  Analogien  bezeugten  Deutung  auf  Ziege  sie
nicht  vorziehen  dürfen.  Gleiches  ist  der  Fall  mit  dem  Worte
mag.  Di  efenbacli,  der  darüber  ausführlicher  gegen  Holzmann
polemisirte  (S.  228,  229),  gibt  selbst  zu,  .dass  es  sowohl  Feld
als  auch  Hof  bedeute;  die  Uebersetzung  Montalomagensis  vicus
deutet  ausdrücklich  auf  einen  Hof.  Bacmeister,  der  nach
seinen  eigenen  Worten  früher  mag  mit  Breite  und  Gebreite,
also  mit  Feld  gleichbedeutend  erachtete,  kam  später,  geleitet
durch  mehrfache  Analogien  dahin,  die  Deutung  auf  Haus  oder
Gebäude  vorzuziehen  (S.  57);  lautlich  stehe  es  dem  gall.  mag,
dem  altsächs.  makön,  angelsächs.  makian  (verbinden,  zusammenfügen) ­
  gegenüber;  ja  Diefenbach  (Sprachl.  Documente  I.  78)
bringt  selbst  die  Stelle  aus  Beros.  V  ,Magum  linqua  Gallica
domificatorem  dick  bei.  Es  dürfte  darnach  auch  in  diesem
AVorte  die  Beziehung  von  magus  auf  Haus  oder  Hof  oder  Ort
mindestens  ebenso,  wenn  nicht  berechtigter  sein,  als  jene  auf
Feld.
Vom  Gipfel  des  Pirn  gelangt  man  mit  4  mp.  zu  seinem
nördlichen  Fusse  und  mit  abermals  4  mp.  nach  Windischgarsten,
auf  welches  Ernolatia  entfällt.
(Ernolatia.  VIII).  Der  Umstand,  dass  die  hier  gemachten
Ausgrabungen,  welche  ich  in  der  früheren  Bearbeitung  eingehend
besprochen  habe,  auf  eine  Mansio  hindeuten,  was  auch  Kohn
zugibt,  lässt,  wie  ich  schon  am  Eingänge  bemerkte,  gerade  an
diesem  Punkte  die  Verschiedenheit  unserer  Ansichten  am  schärfsten ­
  hervortreten,  so  zwar,  dass  hier  gewissermassen  die  Entscheidung ­
  für  die  Richtigkeit  der  einen  oder  anderen  Ansicht
liegt.  Kohn  erhält  durch  Einsetzung  der  Zahl  XII  bei  Viscellae
für  die  Station  Gabromagus  115  mp.  Gesammtabstand  von
Virunum,  wobei  sein  Umweg  von  4  mp.  in  Rechnung  gebracht
werden  muss,  nach  dessen  Abzug  111  für  diese  Entfernungübrig
  bleiben.  Ich  erhalte  einfach  den  Angaben  der  Tabula
folgend  als  Gesammtdistanz  von  Virunum  nach  Ernolatia  111
mp.,  was  der  wirklichen  Entfernung  zwischen  Virunum  und
dem  heutigen  Windischgarsten  entspricht.  An  diesen  Ort  verlegen ­
  Kohn  und  Mommsen  Gabromagus,  ich  Ernolatia.  An
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