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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Ernolatia.

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im  Tauern  ist,  wie  er  seit  der  Erbauung  eines  Gotteshauses
genannt  worden  sein  mag;  seinen  älteren  Namen  habe  ich
nirgends  nachgewiesen  gefunden.  Aber  es  steht  zu  vermuthen,
dass  er  Unter-Tauern  oder  einfach  Tauern  gelautet  habe.  So
findet  sich  auch  am  Radstätter  Tauern  auf  der  Jochhöhe  das
Tauernhaus  mit  der  Kirche,  auf  dem  nördlichen  Abhange  der
Ort  Unter-Tauern  mit  der  heutigen  Poststation.  Dass  Tauern
ursprünglich  das  Bergthor,  also  die  Jochhöhe,  die  eigentliche
Uebergangsstelle  im  strengen  Wortsinne  bedeutet,  kann  nichts
entscheiden,  da  wir  ja  wissen,  dass  im  Volksmunde  dieser
Name  im  weiteren  Sinne  auf  das  gesammte  Gebirge,  auf  den
Bach  und  die  Ortschaften  an  demselben  überging.
Allerdings  sollte  man  erwarten,  dass  der  Ort,  in  welchen
eine  römische  Station  verlegt  wurde,  eher  bei  Möderbruck  an
dem  Zusammenflüsse  der  beiden  Bäche  zu  suchen  sei,  wo  auch
deren  Thäler  ineinander  münden,  als  '/ 2  mp.  weiter  oberhalb.
Allein  an  und  für  sich  ist  die  Strecke  von  mp.  zu  unbedeutend, ­
  als  dass  sie  weiter  in  Betracht  kommen  könnte,  dann
haben  wir  es  hier  mit  hochgelegenen  Thälern  zu  thun,  die  in
ihrer  weiteren  Ausdehnung  nur  zwei  ganz  kleine  Ortschaften,
Pusterwald  und  Brettstein,  enthalten,  bei  deren  Lage  an  einen
lebhaften  Verkehr,  der  zu  berücksichtigen  gewesen  wäre,  wahrlich ­
  nicht  gedacht  werden  kann.
Die  andere  Strecke  bis  zur  Jochhöhe  hinan,  zerfällt  wieder
m  zwei  ganz  gleiche  Abtheilungen,  in  deren  Mitte  St.  Johann
nn  Tauern  liegt;  daselbst  beginnt  auch  der  südliche  Steilabhang.
Von  dem  Punkte,  wo  unser  Tartursana  lag,  sind  bis  St.  Johann
5  mp.;  auf  dieser  Theilstrecke  ist  die  Erhebung,  wie  wir  oben
sahen,  noch  geringer  als  von  Viscellae  nach  Tartursana.  Die
andere  Theilstrecke  begreift  den  Steilanstieg  bis  auf  den  Rücken
des  Joches  und  beträgt  von  St.  Johann  aus,  ebenfalls  5  mp.
Nach  der  Angabe  der  Tabula,  die  bis  Surontio  X  mp.  verzeichnet, ­
  kommt  nun  diese  letztere  Station  1  mp.  westlich  von
Hohentauern  zu  stehen.  Dies  ist  eine  vollkommen  zulässige
Bestimmung.  Denn  Hohentauern  liegt  nicht  am  höchsten  Punkte
des  Rückens,  nicht  an  der  Wasserscheide  zwischen  Tauernund
  Pölsbach,  sondern  reichlich  1  mp.  östlich  davon  (Vrgl.  die
Zeichnung  5).  Nach  dieser  Lage  der  römischen  Stationen  kam
der  Beginn  des  südlichen  Steilabhanges  (bei  dem  heutigen
            
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