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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Kenner.

auf  der  Thalstrecke  bis  St.  Georgen  die  Richtung  der  römischen
Strasse  befolgt.  Schon  das  spricht  dafür,  dass  man  im  Murthale
in  keiner  Richtung,  wie  man  immer  die  Strassenlinien  ziehen
mag,  eine  zweckmässigere  und  dem  Charakter  der  römischen
Wegführung  entsprechendere  als  die  der  heutigen  Tauernstrasse
findet.  Wir  werden  daher  mit  der  grössten  Wahrscheinlichkeit
den  Murübergang  mit  der  Station  Ad  pontem  bei  St.  Georgen
annehmen  dürfen;  diese  Station  lag  also  X  mp.  von  Noreia
und  IIII  mp.  von  Viscellae  entfernt.
Dadurch  gestaltet  sich  unsere  Aufgabe,  die  Erklärung  der
Lücke  bei  Viscellae,  um  Vieles  einfacher.
Wir  haben  zwischen  dem  40.  und  54.  Meilensteine  drei
Stationen:  Noreia,  Ad  pontem,  Viscellae,  welche  mit  den  heutigen ­
  Orten  Teuffenbach,  St.  Georgen  bei  Unzmarkt  und  Sauerbrunn ­
  ganz  oder  nahezu  zusammenfallen.  Die  ursprüngliche
Textierung  der  betreffenden  Stelle  in  der  Tabula  muss  nach
den  Abständen  dieser  Stationen  von  einander  gelautet  haben:
Noreia  .  X  .  Ad  pontem  .  IIII  .  Viscellis.
so  dass  von  der  überlieferten  Zahl  bei  Ad  pontem  (XIIII)  der
zweite  Theil  IIII  ursprünglich  nicht  daselbst,  sondern  in  der
nunmehrigen  Lücke  bei  Viscellis  gestanden  hätte.
Es  muss  nun  untersucht  werden,  ob  eine  solche  Textierung
dem  Gebrauche  der  Tabula  nicht  entgegen  stehe;  ferner  muss
erklärt  werden,  wie  es  komme,  dass  auf  einer  Strecke  von
14  mp.,  welche  dem  durchschnittlichen  Ausmasse  einer  halben
Tagereise  sehr  nahe  steht,  ausser  dem  Anfangs-  und  Endpunkte
noch  eine  Zwischenstation  (Ad  pontem)  genannt  wird,  dann,
wie  es  komme,  dass  in  der  Tabula  gegen  ihre  Gewohnheit  die
Distanz  bei  der  Zwischen-  statt  bei  der  Schlussstation  der
Strecke  eingestellt  wurde.
Was  den  ersten  Punkt  betrifft,  bietet  die  Tabula  mannigfache ­
  Analogien  dar.  Dasselbe  Blatt  nennt  von  Vindobona  nach
Carnuntum:
Vindobona  .  X  .  Villa  Gai  .  IIII  .  Aequinoctio  .  XIIII  .
Carnunto.
Vermuthlich  ist  hier  wie  in  den  folgenden  Beispielen  ein
Flussübergang  und  zwar  der  Uebergang  über  die  Fischa  ge-
            
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