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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Kenner.

seiner  Meilenzahl  erhalten  bleiben,  weil  es  an  seinem  richtigen
Platze  steht.  Es  darf  daher  seine  Distanz  nicht  auf  Ad  pontem
bezogen  werden.  Ebensowenig  kann  folgerichtig  die  bei  letzterer
Station  angebrachte  Meilenzahl  in  die  Lücke  bei  Viscellis  eingerückt ­
  werden.
Damit  fällt,  um  auch  von  diesem  zu  sprechen,  der  Murübergang ­
  bei  Unzmarkt.  Dieser  ist  schon  aus  einem  andern
Grunde  nicht  annehmbar,  aus  einem  Grunde,  welcher  bei  der
strengen  Wegführung  der  Römer  volle  Berücksichtigung  verlangt.
Zwischen  Unzmarkt  und  St.  Georgen  macht  das  Murthal
einen  mächtigen  Bogen,  den  ihm  die  es  umstehenden  Gebirge
vorschreiben.  War  nun  die  Brücke  bei  Unzmarkt,  so  musste
die  Strasse  am  linken  Ufer  des  Flusses  die  grössere  äussere
Curve  der  Krümmung  (Unzmarkt  —  Frauendorf—Unzdorf  —
Scheiben—Pichlhofen)  beschreiben.  War  dagegen  die  Brücke
bei  St.  Georgen,  so  brauchte  sie  nur  die  kürzere  innere  Curve
zu  machen.  Der  Unterschied  beträgt  nach  meiner  Messung  1  mp.,
indem  zwischen  Unzmarkt  und  Sauerbrunn  an  der  inneren
Curve  7  */ 2 >  an  der  äusseren  8  '/. 2  mp.  zurückzulegen  sind.  In
der  That  folgt  die  moderne  Reichspoststrasse  dieser  kleineren
inneren  Curve;  ja  die  von  Nieder-Wölz  herabkommende  Seitenstrasse ­
  tritt  bei  Unzmarkt  auf  das  rechte  Murufer  über  um
die  innere  Curve  zu  gewinnen  und  kehrt  erst  unterhalb  von
deren  Ende,  bei  St.  Geoi-gen,  als  westlicher  Zweig  der  Tauernstrasse ­
  wieder  aufs  linke  Ufer  zurück.  Die  äussere  Curve  wird
nur  von  einer  Vicinalstrasse  beschrieben,  welche  lediglich  den
Zweck  hat,  die  oben  genannten  Orte  zu  verbinden.  (Vgl.  Fig.  4).
Das  Gleiche  gilt  auch  für  den  Fall,  dass  man  zwar  das
.südliche  Noreia  nach  Einöddorf  versetzte,  statt  des  nördlichen
aber  Ad  pontem  mit  der  Distanz  XIII  einstellte  und  dabei
der  Richtung  der  heutigen  Reichspoststrasse  folgte,  so  dass
letztere  Station  in  die  Nähe  von  Scheifling  zu  stehen  käme.
Würde  man  hier  die  Murbrücke  annehmen,  so  könnte  man
sich  zwar  auf  Untiefen  berufen;  nach  Schmutz  (Steir.  Topographie ­
  II  588)  kann  man  den  Fluss,  wenn  ihn  nicht  das
Schmelzen  des  Schnees  oder  anhaltender  heftiger  Regen  vergrössern,
  bis  in  die  Gegend  von  Scheifling  durchwaten.  Allein
dann  würde  die  Strasse  am  jenseitigen  Ufer  eine  noch  grössere
Curve  haben  beschreiben  müssen,  als  von  Unzmarkt  aus  (Lind,
            
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