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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Kenner.

Wir  sehen  also,  die  beiden  Gründe  auf  welchen  die  von
Ivohn  aufgestellte  Combination  ruht,  reichen  keineswegs  aus,
sie  zu  halten.
Ich  gehe  aber  noch  weiter  und  behaupte,  es  dürfe  bei
Viscellae  eine  neue  Distanz  gar  nicht  eingefügt  werden.  Nicht
blos  die  Kohn’sche  Combination,  sondern  jede  andere,  welche
die  Schwierigkeiten  unserer  Frage  durch  Aufnahme  einer  solchen
neuen  Distanz  zu  lösen  versucht,  wird  sofort  mit  den  nächstfolgenden ­
  Meileuzahlen  der  Tabula,  welche  die  Uebersetzung
des  Tauern,  betreffen,  in  Conflict  gerathen.
Bleiben  wir  bei  diesem  Punkte  stehen,  und  prüfen  die
Kohn’sche  Führung.  Zu  diesem  Zwecke  legen  wir  eine  Zeichnung ­
  der  Tauernstrasse  (Fig.  5)  ein,  welche  nach  einer  Pause
von  der  Generalstabskarte  des  Königreiches  Illyrien  (Massstab
1  Zoll  =  2000  Wr.  Kl.)  angefertigt  ist.
Durch  Einstellung  von  12  mp.  bei  Viscellae  ist  Kolm
von  seinem  Murübergango  bei  Furt  bis  Möderbruck  gelaugt.
Es  ist  eine  durchaus  nothwendige  Consequenz  davon,  die  beiden
hinter  Viscellae  sich  zeigenden  kleineren  Abstände  in  der  Tabula, ­
  IX  und  X  (=  19)  mp.,  welche  von  den  vorausgehenden
(XIIII  ,  XIII  ,  XIII  ,  X1III)  und  den  nachfolgenden  grösseren
Distanzen  (XV,  XV)  scharf  abstechen,  auf  die  beiden  Abhänge
des  Tauern  (Möderbruck—Hohentauern  und  Trieben  —  Hohentauern)
  zu  beziehen;  dies  kann  scheinbar  um  so  mehr  geschehen,
da  letztere  zusammen  eben  19  mp.  ausmachen.  Auch  das  kann
darin  bestärken,  dass  die  nächst  auf  Viscellae  folgende  Station
Tartursana  heisst,  ein  Name,  in  welchem  wahrscheinlich  eine
Hinweisung  auf  das  Tauerngebirge  liegt.  Sowie  heute  der
kleine  Ort  auf  dem  einen  Endpunkte  der  Jochhöhe  Hohentauern ­
  heisst,  so  kann  auch  im  Alterthum  die  Station  auf  dieser
Stelle  nach  dem  Gebirge  benannt  worden  sein.
Diese  Motive  waren  es  offenbar,  die  Kohn  bestimmten,
Tartursana  (IX  mp.)  nach  Hohentauern,  die  folgende  Station
Surontium  (X  mp.)  nach  Trieben  zu  verlegen.
Allein  damit  stimmen  die  Meilenzahlen  der  Tabula,  auf
deren  Verlässlichkeit  Kohn  mit  Recht  grosse  Stücke  hält,
durchaus  nicht  überein.  Die  beiden  Abhänge  des  Tauerngebirges
sind  sehr  ungleich;  zudem  ist  auf  ihnen  die  Beschaffenheit  der
Thalschlucht,  welche  hinanführt,  derart,  dass  eine  andere
            
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