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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Kenner.

Nach  den  angeführten  Correcturen  entfällt  Monate  statt
auf  den  50.  auf  den  57.  Meilenstein,  also  ganz  nahe  von  der
Station  Ad  pontem  (Furt),  welche  54  mp.  von  Virunum  absteht;
dies  sei  die  einzige  Verlegung  einer  Station,  welche  in  der  Zeit
zwischen  der  Abfassung  des  Itinerars  und  jener  der  Tabula  vorgekommen
  sei.  Sabatinca  entfällt  sodann  auf  den  85.  Meilenstein, ­
  wohin  auch  Surontium  zu  stehen  kommt,  wenn  bei  Viscellae
die  Meilenzahl  XII  eingesetzt  wird;  ebenso  fallen  dann  die
Gabromagus  beider  Verzeichnisse  auf  den  115.,  die  Tutatio  auf
den  135.,  endlich  Ovilava  auf  den  157  Meilenstein.
Die  beiden  Praemissen,  auf  welchen  diese  Lösung  unserer
Frage  beruht:  die  Einsetzung  der  Distanzziffer  XII  bei  Viscellae
und  dieCorrectur  der  Meilenzahl  bei  Sabatinca  XVIII  in  XXV11I
hängen  innerlich  zusammen,  sie  bedingen  sich  gegenseitig;  daher
stehen  und  fallen  sie  mit  einander.  In  der  That,  würde  man
den  Umweg,  wie  oben  angedeutet,  hinweglassen  und  den  Murübergang ­
  auf  den  äusserst  möglichen  Punkt  am  rechten  Flussufer ­
  bei  Pichl  ansetzen,  dann  wäre  die  Entfernung  zwischen
Ad  pontem  und  Viscellae  (Möderbruck)  nur  IX  mp.  gross  und
es  käme  bei  letzterer  Station  diese  Zahl,  als  die  ausgefallene
Distanz  einzusetzen.  Sofort  zeigte  sich  die  Rückwirkung  auf
das  Itinerar.  Es  müsste,  um  die  Uebereinstimmung  mit  diesem
herzustellen,  statt  der  Gorrectur  Sabatinca  XXVIII  die  Correctur
XXV  aufgenommen  werden,  damit  entfiele  aber  die  Beweiskraft ­
  des  Pariser  Codex  D  und  folgerichtig  auch  die  Identität
von  Candalicae  mit  dem  südlichen  Noreia.  Man  muss  also  die
Distanz  XII  bei  Viscellae  zugeben,  wenn  man  überhaupt  die
Kohn’sche  Lösung  acceptirt.  Die  Einstellung  dieser  Distanz
aber  hat  nun  zur  nothwendigen  Voraussetzung  jenen  Umweg  der
römischen  Strasse  über  Furt,  für  den  sich  kein  irgendwie  plausibler
Grund  geltend  machen  lässt  und  der  schon  deshalb  oben  als
durchaus  unannehmbar  bezeichnet  wurde.
Nicht  viel  besser  steht  es  mit  der  andern  Praemisse,  der
Erhöhung  der  Meilenzahl  bei  der  Station  Sabatinca.  Sie  stützt
sich  einzig  und  allein  auf  die  Angabe  des  Pariser  Codex  D.
Die  Herausgeber  des  Itinerars  1  loben  ihn  allerdings,  sie  sagen

1  Itinerarium  Antonini  Augusti  ex  libris  manu  scriptis  ediderunt  G.  Par
they  et  M.  Pinder.  (Beroliui  1848.)  p.  XIV,  XXXII  f.
            
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