Ernolatia.
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von diesem entfernt, schiffbar wird, 1 bietet anf jener ganzen
Strecke der Ueberbrückung keinerlei Hindernisse dar. Es finden
sich oberhalb Pichl zu St. Georgen bei Unzmarkt, dann zu
TJnzmarkt selbst und bei Lind treffliche Uebergangsstellen;
jene zu St. Georgen ist mit einer sehr alten Brücke bestellt.
Wäre weiter unterhalb von diesem Orte irgend eine Schwierigkeit
für den Brückenbau vorhanden gewesen, so hätte die
römische Strasse ja viel besser bei St. Georgen selbst den
Fluss übersetzt; dann verlor sie nicht 1 mp. Weges, der Uebergang
lag auf dem Wege, den sie zu machen hatte. In der
That haben Muchar und in neuerer Zeit Mommsen den
Murübergang in dieser Gegend gesucht, der eine bei St. Georgen,
der andere bei Unzmarkt, beide weil sie das eine oder andere
Noreia der Tabula bei Neumarkt suchten; ich selbst muss
mich neuerdings für die Ansicht Muchar’s entscheiden, wie
noch erörtert werden soll.
Der andere Grund Kohn’s, die Analogie des Flussüberganges
der modernen Tauernstrasse, besteht nur in einer Täuschung
seinerseits. Wie unser Kärtchen (Fig. 4) zeigt, theilt
sich die heutige Tauernstrasse bei Sauerbrunn, wo sie aus dem
Thale des Pölsbaches in jenes der Mur gelangt, in zwei Theile,
deren jeder letztgenannten Fluss übersetzt. Der eine Theil
läuft südlich und setzt bei Furt über die Mur, um weiter mit
der modernen Reichspoststrasse murabwärts nach Judenburg
und Bruck zu gehen. Der andere Theil läuft westlich, geht bei
St. Georgen über den Fluss, vereinigt sich hier gleichfalls mit
der durchaus am rechten Murufer geführten modernen Reichspoststrasse
und zieht weiter aufwärts über Neumarkt nach
Kärnten. Man sieht, die Theilung der heutigen Tauernstrasse
verfolgt lediglich die Absicht der Abkürzung des Weges in
das obere und untere Murthal. Wenn ihre Anlage, so weit sie
sich im Murthale bewegt, mit Recht für den römischen Strassenzug
herangezogen werden kann, so ist es das einzig Mögliche
und einzig Logische, den ins obere Murthal laufenden Theil
mit dem Flussübergange bei St. Georgen heranzuziehen; denn
dieser, nicht der andere fällt mit der Richtung der römischen
Strasse zusammen.
1 Schmutz, Steir. Topographie II 588.
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