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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Ernolatia.

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von  diesem  entfernt,  schiffbar  wird, 1  bietet  anf  jener  ganzen
Strecke  der  Ueberbrückung  keinerlei  Hindernisse  dar.  Es  finden
sich  oberhalb  Pichl  zu  St.  Georgen  bei  Unzmarkt,  dann  zu
TJnzmarkt  selbst  und  bei  Lind  treffliche  Uebergangsstellen;
jene  zu  St.  Georgen  ist  mit  einer  sehr  alten  Brücke  bestellt.
Wäre  weiter  unterhalb  von  diesem  Orte  irgend  eine  Schwierigkeit ­
  für  den  Brückenbau  vorhanden  gewesen,  so  hätte  die
römische  Strasse  ja  viel  besser  bei  St.  Georgen  selbst  den
Fluss  übersetzt;  dann  verlor  sie  nicht  1  mp.  Weges,  der  Uebergang
  lag  auf  dem  Wege,  den  sie  zu  machen  hatte.  In  der
That  haben  Muchar  und  in  neuerer  Zeit  Mommsen  den
Murübergang  in  dieser  Gegend  gesucht,  der  eine  bei  St.  Georgen,
der  andere  bei  Unzmarkt,  beide  weil  sie  das  eine  oder  andere
Noreia  der  Tabula  bei  Neumarkt  suchten;  ich  selbst  muss
mich  neuerdings  für  die  Ansicht  Muchar’s  entscheiden,  wie
noch  erörtert  werden  soll.
Der  andere  Grund  Kohn’s,  die  Analogie  des  Flussüberganges ­
  der  modernen  Tauernstrasse,  besteht  nur  in  einer  Täuschung ­
  seinerseits.  Wie  unser  Kärtchen  (Fig.  4)  zeigt,  theilt
sich  die  heutige  Tauernstrasse  bei  Sauerbrunn,  wo  sie  aus  dem
Thale  des  Pölsbaches  in  jenes  der  Mur  gelangt,  in  zwei  Theile,
deren  jeder  letztgenannten  Fluss  übersetzt.  Der  eine  Theil
läuft  südlich  und  setzt  bei  Furt  über  die  Mur,  um  weiter  mit
der  modernen  Reichspoststrasse  murabwärts  nach  Judenburg
und  Bruck  zu  gehen.  Der  andere  Theil  läuft  westlich,  geht  bei
St.  Georgen  über  den  Fluss,  vereinigt  sich  hier  gleichfalls  mit
der  durchaus  am  rechten  Murufer  geführten  modernen  Reichspoststrasse ­
  und  zieht  weiter  aufwärts  über  Neumarkt  nach
Kärnten.  Man  sieht,  die  Theilung  der  heutigen  Tauernstrasse
verfolgt  lediglich  die  Absicht  der  Abkürzung  des  Weges  in
das  obere  und  untere  Murthal.  Wenn  ihre  Anlage,  so  weit  sie
sich  im  Murthale  bewegt,  mit  Recht  für  den  römischen  Strassenzug
  herangezogen  werden  kann,  so  ist  es  das  einzig  Mögliche
und  einzig  Logische,  den  ins  obere  Murthal  laufenden  Theil
mit  dem  Flussübergange  bei  St.  Georgen  heranzuziehen;  denn
dieser,  nicht  der  andere  fällt  mit  der  Richtung  der  römischen
Strasse  zusammen.

1  Schmutz,  Steir.  Topographie  II  588.

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