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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Die  römische  Heerstrasse  von  Virunum  nach  Ovilava.

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Distanzziffer  der  schon  genannten  Station  Sabatinca  der  Leseart
des  von  Parthey  und  Pinder  unter  D  angeführten  Codex
Parisiensis  folgen.  Diese  dein  10.  Jahrhundert  ungehörige,  von
den  genannten  Herausgebern  des  Itinerarium  Antonini  als
eine  der  originellsten  und  zuverlässigsten  bezeichnete  Handschrift, ­
  beinisst  abweichend  von  den  anderen  die  Strecke
Monate—Sabatinca  mit  XXVIII  m.  p.  Diese  Variante  wurde
seltsamer  Weise  bisher  völlig  ausser  Acht  gelassen.  Einstimmig ­
  wurde  an  der  von  den  anderen  Codices  überlieferten  Ziffer
XVIII  festgehalten.  Man  sah  wohl  ein,  dass  diese  Distanz
kleiner  als  die  sonst  auf  unserer  Strasse  begegnenden  sei  und
vermuthete,  dass  hier  eine  Verstümmelung  vorliege.  Allein  die
meisten  entschlossen  sich  mit  Kenner  die  Ziffer  XVIII  durch
Correctur  auf  XXIII  zu  erhöhen,  und  meinten  hiedurch  und
durch  Ausmerzung  einer  Station  der  Tabula  die  Uebereinstimmuug
  zwischen  beiden  Strassenverzeiclmissen  hergestellt  zu
haben.  Die  eine  Correctur  ist  ebenso  willkürlich,  wie  die
andere.  Dass  es  in  der  Tabula  keine  überzählige  Station  gäbe,
und  dass  eine  irgendwie  beträchtlich  kürzere  Verbindungsstrasse
zwischen  Virunum  und  Ovilava  als  die  in  der  Tabula  verzeichnete
  überhaupt  nicht  möglich  sei,  ist  bereits  oben  erwiesen
worden.  Hält  man  an  diesen  Resultaten  fest  und  acceptirt  die
vom  Codex  D  überlieferte  Distanzziffer  von  Sabatinca,  so  erscheinen ­
  auch  die  Daten  des  Itinerars  in  einem  viel  günstigeren
Lichte  als  es  bisher  der  Fall  war.  Die  Lückenhaftigkeit  derselben ­
  reducirt  sich  genau  auf  VII  m.  p.,  um  so  viel  erweist
sich  die  Summe  seiner  für  die  Strecke  Virunum—Gabromagus
angesetzten  Masse  geringer,  als  die  wirkliche  Weglänge.  Es
entsteht  nun  die  Frage:  Wo  hat  man  diese,  entweder  vom  Verfasser ­
  des  Itinerars  oder  von  späteren  Copisten  verschuldete
Lücke  zu  suchen?  Soll  man  die  runde  Distanzziffer  von  Candalicas
  (XX),  Monate  (XXX)  oder  jene  von  Gabromagus  (XXX)
als  verstümmelt  ansehen.  Die  Tabula  und  der  Fund  von  Windischgarsten
  geben  uns  hierüber  Bescheid.  Beide  zusammen  belehren ­
  uns,  dass  Gabromagus  nicht  blos  in  den  Tagen  des
Itinerars,  sondern  so  weit  überhaupt  unsere  Kenntniss  von  der
Existenz  der  Strasse  Virunum—Ovilava  reicht,  jederzeit  eine
Mansio  gewesen.  Auch  bezüglich  des  Abstandes  dieser  Mansio
von  der  in  südlicher  Richtung  nächstfolgenden  herrscht  zwischen
            
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