Die römische Heerstrasse von Virunum nach Ovilava.
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Distanzziffer der schon genannten Station Sabatinca der Leseart
des von Parthey und Pinder unter D angeführten Codex
Parisiensis folgen. Diese dein 10. Jahrhundert ungehörige, von
den genannten Herausgebern des Itinerarium Antonini als
eine der originellsten und zuverlässigsten bezeichnete Handschrift,
beinisst abweichend von den anderen die Strecke
Monate—Sabatinca mit XXVIII m. p. Diese Variante wurde
seltsamer Weise bisher völlig ausser Acht gelassen. Einstimmig
wurde an der von den anderen Codices überlieferten Ziffer
XVIII festgehalten. Man sah wohl ein, dass diese Distanz
kleiner als die sonst auf unserer Strasse begegnenden sei und
vermuthete, dass hier eine Verstümmelung vorliege. Allein die
meisten entschlossen sich mit Kenner die Ziffer XVIII durch
Correctur auf XXIII zu erhöhen, und meinten hiedurch und
durch Ausmerzung einer Station der Tabula die Uebereinstimmuug
zwischen beiden Strassenverzeiclmissen hergestellt zu
haben. Die eine Correctur ist ebenso willkürlich, wie die
andere. Dass es in der Tabula keine überzählige Station gäbe,
und dass eine irgendwie beträchtlich kürzere Verbindungsstrasse
zwischen Virunum und Ovilava als die in der Tabula verzeichnete
überhaupt nicht möglich sei, ist bereits oben erwiesen
worden. Hält man an diesen Resultaten fest und acceptirt die
vom Codex D überlieferte Distanzziffer von Sabatinca, so erscheinen
auch die Daten des Itinerars in einem viel günstigeren
Lichte als es bisher der Fall war. Die Lückenhaftigkeit derselben
reducirt sich genau auf VII m. p., um so viel erweist
sich die Summe seiner für die Strecke Virunum—Gabromagus
angesetzten Masse geringer, als die wirkliche Weglänge. Es
entsteht nun die Frage: Wo hat man diese, entweder vom Verfasser
des Itinerars oder von späteren Copisten verschuldete
Lücke zu suchen? Soll man die runde Distanzziffer von Candalicas
(XX), Monate (XXX) oder jene von Gabromagus (XXX)
als verstümmelt ansehen. Die Tabula und der Fund von Windischgarsten
geben uns hierüber Bescheid. Beide zusammen belehren
uns, dass Gabromagus nicht blos in den Tagen des
Itinerars, sondern so weit überhaupt unsere Kenntniss von der
Existenz der Strasse Virunum—Ovilava reicht, jederzeit eine
Mansio gewesen. Auch bezüglich des Abstandes dieser Mansio
von der in südlicher Richtung nächstfolgenden herrscht zwischen